Preisabsprachen

Agrarhändler bekommen Post vom Kartellamt


Pflanzenschutzmittel werden in speziellen Lagerstätten aufbewahrt.
Foto: da
Pflanzenschutzmittel werden in speziellen Lagerstätten aufbewahrt.

Die Untersuchungen über mögliche Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln gehen in eine neue Runde. Die Aktionäre werden von Agravis informiert.

Die Agravis Raiffeisen AG hat ihre Anteilseigner über ein Schreiben des Bundeskartellamtes in dieser Woche informiert. Darin heißt es, dass sich der Sachverhalt über die Wettbewerbsbeschränkungen im Fall zu Vorwürfen von möglichen Preisabsprachen im Großhandel mit Pflanzenschutzmittel konkretisiert. Damit informiert das Kartellamt den Agrarhändler über den Stand der Ermittlungen in diesem Fall.


Kempkes: Über Bußgeld noch nicht gesprochen

Mit dem Schreiben vom Bundeskartellamt ist die RWZ Köln aufgefordert worden, Stellung zu den Untersuchungsergebnissen zu möglichen Preisabsprachen im Pflanzenschutzmittelgeschäft zu beziehen.

„In dem Schreiben fasst das Kartellamt die vorläufigen Ermittlungsergebnisse zusammen. Es wird darin weder ein Bußgeld genannt noch ein Bußgeldrahmen angedeutet“, betont Christoph Kempkes, Vorstandsvorsitzender der RWZ Köln. Über mögliche Bußgelder spreche man erst nach dem Abschluss des Ermittlungsverfahrens und davon sei man „noch ein gutes Stück weit entfernt“, so Kempkes.
Das Bundeskartellamt hatte die Ermittlungen im Großhandel mit Pflanzenschutzmitteln Anfang 2015 aufgenommen und damit vor der Amtszeit von Kempkes, der erst Mitte 2016 das Ruder bei der RWZ in Köln übernommen hat.

Die Agravis werde den Sachverhalt rechtlich in den kommenden Wochen prüfen und beurteilen, heißt es im
Aktionärsschreiben. Nach Informationen von agrarzeitung.de haben auch alle anderen Agrarhandelsunternehmen, die wegen Preisabsprachen im Pflanzenschutz-Großhandel in Verdacht stehen, Post vom Bundeskartellamt bekommen.

Bawa kooperiert

Die Baywa AG bestätigt gegenüber agrarzeitung.de, "dass sie ein Schreiben vom Bundeskartellamt in Bezug auf das laufende Verfahren zum Pflanzenschutz erhalten hat. Das Amt habe in diesem Schreiben den aus seiner Sicht relevanten Sachverhalt geschildert, zu dem die Baywa AG nun Gelegenheit habe, Stellung zu nehmen. Der Inhalt des Schreibens wird zurzeit geprüft. Aufgrund des laufenden Verfahrens könne das Unternehmen keine weiteren Angaben machen. Die Baywa werde auf jeden Fall auch weiterhin mit dem Bundeskartellamt kooperieren.

Durchsuchungen 2015

Agravis und andere Agrarhändler in Deutschland stehen seit einigen Jahren im Verdacht, an Preisabsprachen im Pflanzenschutzhandel in früheren Jahren beteiligt zu sein. Das Bundeskartellamt ermittelt. Agravis hatte immer betont, kooperativ mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Im Jahr 2015 gab es Durchsuchungen in den Agravis Zentralen in Münster und Hannover sowie bei anderen Agrarhändlern.
Das Kartellamt geht dem Verdacht nach, dass es "zu Vereinbarungen oder abgestimmten Verhaltensweisen bei der Kalkulation und der Festlegung von Großhandels- und Endverkaufspreisen von Pflanzenschutzmitteln gekommen ist."


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