Preisabsprachen

Bundeskartellamt verhängt Millionenstrafen

Auf hohe Strafen müssen sich zwei Abpackunternehmen für Kartoffeln und Zwiebeln einstellen.
Foto: Timo Klostermeier/Pixelio, Foto: Timo Klostermeier/Pixelio
Auf hohe Strafen müssen sich zwei Abpackunternehmen für Kartoffeln und Zwiebeln einstellen.

Zwei Abpackunternehmen für Kartoffeln und Zwiebeln sollen jahrelang Preise abgesprochen haben. Das Bundeskartellamt verhängt Bußgelder im zweistelligen Millionenbereich.

Das Bundeskartellamt hat Geldbußen gegen zwei Abpackunternehmen für Kartoffeln und Zwiebeln in Höhe von insgesamt 13,2 Mio. € wegen Preisabsprachen bei der Belieferung der Metro-Gruppe (Vertriebsschienen Cash & Carry und Real) verhängt. Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um die Hans-Willi Böhmer Verpackung und Vertrieb GmbH & Co. KG und um die Kartoffel-Kuhn GmbH. Eingeleitet wurde das Verfahren mit einer branchenweiten Durchsuchung im Mai 2013 infolge eines Kronzeugenantrages.

Kuhn hat kooperiert

„Die beteiligten Unternehmen haben über Jahre hinweg einen wichtigen Parameter bei der Kalkulation ihrer wöchentlichen Angebote gegenüber der Metro-Gruppe abgesprochen", erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Mit der Angleichung der anzusetzenden Einkaufspreise sei der Preiswettbewerb zwischen den beiden Hauptlieferanten der Metro-Gruppe faktisch ausgeschaltet worden. Bei der Bußgeldfestsetzung sei berücksichtigt worden, dass das Unternehmen Kuhn bei der Aufklärung der Absprachen mit dem Bundeskartellamt umfassend kooperiert habe. Die verhängten Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig. 

Größter Abpackbetrieb Deutschlands involviert 

Die Tätigkeit der Abpackunternehmen bestehe im Wesentlichen aus dem Ankauf der Rohware, dem Waschen, Sortieren, Verpacken und teilweise auch der Lagerung der Ware und schließlich dem Verkauf der abgepackten Speisekartoffeln und Zwiebeln vor allem an den Lebensmitteleinzelhandel, so das Bundeskartellamt.

Böhmer zähle demnach zu den beiden mit Abstand größten Abpackbetrieben für Kartoffeln und Zwiebeln in Deutschland, Kuhn dagegen sei nur im südwestdeutschen Raum tätig. Böhmer und Kuhn seien die beiden Hauptlieferanten der Metro-Gruppe für abgepackte Kartoffeln und Zwiebeln.

Die Verantwortlichen der genannten Unternehmen hatten laut Bundeskartellamt sich zumindest seit Anfang 2005 und bis zur Verfahrenseinleitung am 7. Mai 2013 insbesondere im Vorfeld der wöchentlichen Angebotsabgabe für abgepackte Kartoffeln und Zwiebeln gegenüber der Metro-Gruppe regelmäßig telefonisch kontaktiert. Dabei  sollen sie sich gegenseitig über ihre jeweiligen Einkaufspreise für Kartoffeln und Zwiebeln informiert und sich darauf geeinigt haben, einen bestimmten, einheitlichen Rohwarenpreis zugrunde zu legen. Zudem habe zwischen ihnen das Einvernehmen bestanden, bei der jeweiligen internen Kalkulation des Angebotspreises auch für die anderen Kostenpositionen die gleichen oder annähernd die gleichen Werte anzusetzen, wobei diese Werte – im Gegensatz zu den Rohwarenpreisen – grundsätzlich konstant waren.

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