Private Agrarhändler setzen auf Export

Getreideanlage von GT Rostock startbereit


Die Mannschaft der GT Rostock umfasst 14 Mitarbeiter. Sie können auf der Anlage im Rostocker Seehafen 1.200 t Getreide, davon 900 t per Lkw und 300 t per Zug, annehmen und in den neuen Silos einlagern.
Foto: Beiselen
Die Mannschaft der GT Rostock umfasst 14 Mitarbeiter. Sie können auf der Anlage im Rostocker Seehafen 1.200 t Getreide, davon 900 t per Lkw und 300 t per Zug, annehmen und in den neuen Silos einlagern.

Nach 13 Monaten Bauzeit ist das neue Getreideterminal GT Rostock fertiggestellt. Vier private Agrarhändler setzen mit der Anlage auf den Export von Weizen und Gerste in Drittländer.

Die vier Gesellschafter und Partner Rudolf Peters Landhandel GmbH & Co. KG, J. Stöfen GmbH, Trede & von Pein GmbH und die Beiselen GmbH verfügen mit GT Rostock nun über eine schlagkräftige Umschlaganlage im Rostocker Seehafen.

Auf kontaminiertem Baugrund wurden auf Tausenden 8 m langen Bodensäulen die Siloanlagen mit 160000 t Lagerkapazität aus dem Boden gestampft. Die 14 Mitarbeiter können auf dem 5-ha-Gelände 1200 t Getreide – davon 900 t per Lkw und 300 t per Zug – in der Stunde annehmen und in den Silos lagern.

Gäste aus Agrarhandel, Wirtschaft und Politik besichtigten am Freitag das Getreideterminal GT Rostock am Pier IV und überzeugten sich von der Schlagkraft. Nach Ende der Arbeiten am Gleisanschluss wird das Einzugsgebiet erweitert und das Terminal überregionale Bedeutung haben. „Die Eröffnung des Getreideterminals fällt in eine für den Agrarhandel schwierige Zeit“, sagte Gastredner Klaus-Dieter Schumacher von Agriconsult. Die Ertragseinbußen stellen Betriebe vor große Probleme. Doch der Export bleibe erhalten. In den Vorjahren habe Deutschland zwischen 7 und 10 Mio. t Getreide exportiert, davon bis zu 7 Mio. t in Drittländer, den Rest in andere EU-Staaten. Saudi- Arabien avanciert zum wichtigsten Lieferland für Weizen und Gerste. „Wir werden um eine Ausweitung des Agrarhandels nicht herumkommen“, sagt Schumacher und verweist auf den Anstieg des globalen Handels von 370 Mio. t/Jahr. Trotz der aktuellen Handelskonflikte werde die Internationalisierung der Märkte weitergehen.

Mit der neuen Umschlaganlage von GT Rostock haben die vier Gesellschafter Geld in die Hand genommen und Mut zur Investition bewiesen. Denn seit Jahren kam es immer wieder zu langen Beladezeiten der Schiffe, weil in Rostock nur ein einziger Getreidebelader zur Verfügung stand. Fast zeitgleich mit GT Rostock hat nun auch der Hafenbetreiber Euroports einen zweiten Getreidebelader für Seeschiffe mit einer Kapazität von 90000 t für Agrarunternehmen im Hafen gebaut. Philipp von Pein ist überzeugt, dass die Getreidevermarktung über GT Rostock und Euroports einen Mehrwert für Landwirte und Agrarhandel bietet.

Alle vier Unternehmen bauen darauf, dass die politischen Rahmenbedingungen eine Produktion von Qualitätsgetreide ermöglichen und der Anlage eine wachsende Bedeutung zukommt. 

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