Proteinersatz

PHW investiert in Tierfutter aus Insekten


Der Geflügelkonzern hat in der Vergangenheit bereits die Nähe zu israelischen und amerikanischen Start-ups gesucht. Jetzt beteiligt sich die Unternehmensgruppe an einer kanadischen Firma, die Tierfutter aus Insekten presst.

Die PHW-Gruppe, die sowohl Geflügel züchtet als auch verarbeitet, will künftig Sojafutter aus Südamerika für Hühner durch Insektenprotein ersetzen. Der Geflügelkonzern, dessen bekannteste Marke Wiesenhof ist, beteiligt sich an der „Enterra Feed Corporation“ in Kanada, die aus getrockneten Larven der Schwarzen Soldatenfliege Tierfutter presst.

Bisher hat Enterra eine kleine Produktionsanlage und verkauft Futter sowohl im eigenen Land als auch in Teile der Vereinigten Staaten. Seit vergangenem Jahr ist dieses Futter in der Europäischen Union für die Fischzucht in Aquakulturen erlaubt. Sobald die Zulassung für Geflügel- und Schweinefutter vorliegt, will die PHW-Gruppe Fütterungsstudien durchführen, um weniger Sojaschrot zu verfüttern. Die Beteiligung sei ein „nennenswertes finanzielles Investment und keine Spielerei“, sagt der Vorstandsvorsitzende Peter Wesjohann in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Wesjohann könne sich „durchaus vorstellen“ gemeinsam mit Enterra Insektenfarmen in Deutschland zu eröffnen.

Neben Insektenprotein werde Soja derzeit schon durch weitere Eiweißquellen, wie Erbsenprotein, ersetzt. „60 Prozent des Rohproteingehalts unseres Futters kommt heute schon nicht mehr aus Soja, sondern aus einheimischen Eiweißfrüchten“, sagte Wesjohann der FAZ. Auf den Anbau von Futterrohstoffen, darunter Sojaschrot vor allem aus Brasilien, entfalle ein Großteil der CO₂-Belastung in der eigenen Produktion.

Darüber hinaus hat die Unternehmensgruppe in jüngster Vergangenheit die Nähe zu amerikanischen, kanadischen und israelischen Start-ups gesucht, die Fleisch- und Fischersatzprodukte herstellen. Beispielsweise in das amerikanische Start-up „Beyond Meat“, das einen veganen Burger entwickelt und vertreibt und das Schlachten von Tieren als Auslaufmodell bezeichnet. Wesjohann will zwar weiterhin am Schlachten festhalten, daneben allerdings andere Geschäftsfelder vorantreiben.

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