Proteinquellen

Insekten statt Soja

Insektenprotein: Was im Kleinen funktioniert, hat auch im großen Maßstab eine Zukunft, meinen Göttinger Wissenschaftler
Foto: Pixabay
Insektenprotein: Was im Kleinen funktioniert, hat auch im großen Maßstab eine Zukunft, meinen Göttinger Wissenschaftler

An der Uni Göttingen ist ein Forschungsprojekt zu Ende gegangen, das nach alternativen Proteinquellen gesucht hat. Ein zentrales Ergebnis: Eiweiße aus Algen und Insekten können in der Tierfütterung eingesetzt werden.

Vergangene Woche wurde in einem Abschlussworkshop im Kreishaus Osnabrück Bilanz gezogen. Die Projektergebnisse zeigen, dass sowohl Algen als auch Insekten das Potenzial besitzen als Alternative in der Tierfütterung eingesetzt zu werden. „Bei den Landwirten und Herstellern ist mittlerweile ein Problembewusstsein für die Sicherstellung einer Versorgung mit nachhaltigen Futtermitteln vorhanden“, erklärt Projektleiterin Dr. Ramona Weinrich.

Soja ist günstiger

Die Akteure stehen jedoch noch vor zahlreichen Herausforderungen: Neben rechtlichen Barrieren, speziell beim Einsatz von Insekten in der Tierernährung, besteht die Notwendigkeit, genügend große Mengen zu einem wettbewerbsfähigem Preis im Vergleich zu Soja zu produzieren.

Lebensmittel  auf Algenbasis zur Unterstützung einer fleischreduzierten menschlichen Ernährung sucht man im Lebensmitteleinzelhandel noch vergebens. Im Projekt wurden jedoch Erkenntnisse erarbeitet, wie derartige Produkte aussehen und schmecken sollten. Gefüllte Pasta seien vielen Konsumenten vertraut und somit besonders erfolgversprechend. „Gegenwärtig werden in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich verschiedene Geschmacksrichtungen getestet, um die Vorlieben der Verbraucher im Ländervergleich aufzuzeigen und potenziell interessierten Unternehmen Anhaltspunkte für die weitere Produktentwicklung zu geben“, so Weinrich.
Alternativen im Fokus
An den verschiedenen Aspekten der Entwicklung alternativer Eiweißquellen als Ersatz für Fleisch oder Soja arbeiteten in den vergangenen drei Jahren zehn Promotionsstudenten. Das reichte von der Herstellung von Fleischersatz für die menschliche Ernährung über die Bewertung alternativer Futtermittel in der Tiermast bis zu Akzeptanz, Vertrauen und Zahlungsbereitschaft entlang der Wertschöpfungskette.  Im Projekt „Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive“ wurden Mikroalgen und Insekten in den Blick genommen.
Projektpartner waren neben der Universität Göttingen, die Universität Vechta und die Universität Greifswald.



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