Prozessauftakt

KTG-Agrar-Manager müssen sich verantworten


Bild: Pixabay / AJEL

Zwei Jahre nach dem Aus des Hamburger Landwirtschaftskonzerns beginnt die juristische Aufarbeitung des Falls. Insolvenzverschleppung lautet der Vorwurf.

Am kommenden Donnerstag beginnt vor dem Landgericht Hamburg der Zivilprozess gegen den früheren KTG-Agrar-Chef Siegfried Hofreiter sowie sieben weitere Vorstände und Aufsichtsräte. Der Vorwurf lautet auf Insolvenzverschleppung, so ein Gerichtssprecher auf Anfrage von agrarzeitung.de. Noch nach der Erlangung der Insolvenzreife hätten sie Zahlungen an einzelne Gläubiger geleistet. Dadurch sei die tatsächliche Lage des Unternehmens mehr als ein Jahr verschleiert worden. Der Ersatz dieser Zahlungen sei jetzt Gegenstand des Rechtsstreits. Insgesamt handele es sich um eine Summe von 189 Mio. €. Über die Dauer des Rechtsstreits könne momentan „gar nichts“ gesagt werden.


Bereits Ende April dieses Jahres wurden Wohnungen und Geschäftsräume von ehemaligen KTG-Vorständen durchsucht. Betroffen waren 19 Objekte in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Bayern. Dabei sichergestellte Unterlagen und Datenträger seien Medienberichten zufolge in der Auswertung. Die Ermittlungen dauerten an und würden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

KTG Agrar hatte zur Blütezeit etwa 800 Mitarbeiter und bewirtschaftete mehr als 46.000 ha landwirtschaftliche Fläche vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Das börsennotierte Unternehmen hatte Anfang Juli 2016 einen Insolvenzantrag gestellt. Im Oktober desselben Jahres beschlossen die Gläubiger, KTG Agrar abzuwickeln.

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