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Bayer-Aufsichtsrat gründet Glyphosat-Ausschuss


Das Traditionsunternehmen Bayer hat seit der Übernahme von Monsanto ein Imageproblem.
Foto: Bayer AG
Das Traditionsunternehmen Bayer hat seit der Übernahme von Monsanto ein Imageproblem.

Das Kontrollgremium des Leverkusener Konzerns will sich dem „Rechtskomplex“ um den umstrittenen Pflanzenschutzwirkstoff detaillierter widmen. Außerdem ist das Gremium mit Kandidaten zur Stärkung seiner landwirtschaftlichen Expertise im Gespräch.

Der Aufsichtsrat der Bayer AG will die „negativen Auswirkungen“ abfedern, die von der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Gerichtsverfahren zu Glyphosat auf den Aktienkurs ausgehen. Deshalb hat das Gremium einige Schritte ergriffen, um die „aktuellen Herausforderungen“ des Unternehmens anzugehen, teilte der Aufsichtsrat am Mittwochabend mit. So wurde ein achtköpfiger Aufsichtsratsausschuss neu gegründet, der den Vorstand zum Thema Glyphosat beraten und Vorschläge zur Prozessstrategie machen soll. Mehrere Mitglieder des Ausschusses haben nach Angabe von Bayer „umfassende Erfahrung mit komplexen Gerichtsverfahren.“

Experte für Produkthaftungsklagen als Berater

Der US-Anwalt John H. Beisner, laut Bayer „ausgewiesener Experte für Produkthaftungsklagen“, wird an den Sitzungen des neuen Ausschusses teilnehmen und den Aufsichtsrat von Bayer auch sonst kontinuierlich zum Rechtskomplex Glyphosat beraten. So hatte Beisner „wichtige Führungsrollen“ bei einigen viel beachteten Produkthaftungsfällen im Auftrag großer multinationaler Unternehmen – sowohl in Form der erfolgreichen Verteidigung vor Gericht als auch im Zuge von Vergleichen, hieß es weiter aus Leverkusen. „Wir sind überzeugt, dass John H. Beisner mit seiner Expertise sehr wertvolle und konkrete Impulse sowohl hinsichtlich der fortdauernden Gerichtsverfahren als auch der Mediation geben wird“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Wenning.

Unterdessen kommt der Bayer-Aufsichtsrat nach eigener Darstellung bei der im Rahmen der Hauptversammlung gewünschten, weiteren Stärkung der eigenen Expertise insbesondere im Bereich Landwirtschaft und Ernährung „gut voran“. „Wir sind mit hervorragenden und sehr angesehenen Kandidatinnen und Kandidaten im Gespräch“, sagte Wenning.

Mit der Übernahme von Monsanto hat Bayer große Prozessrisiken quasi miteingekauft. Der Dax-Konzern ist in den USA mit rund 13.400 Klagen konfrontiert, die im Zusammenhang mit dem Glyphosat haltigen Pflanzenschutzmittel Roundup stehen. 

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