Ferkel bei der Sau
Foto: aitoff/Pixabay
Ferkel bei der Sau

Das QS-Monitoring zeigt auf: Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung geht zurück. Allerdings deuten die Zahlen des BVL auf eine gegenläufige Tendenz hin.

Selbst wenn der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung nicht allein verantwortlich ist für die steigende Zahl an Resistenzen, so ist er doch ein wichtiger Hebel, um dieses medizinische Problem zu lösen. Da machen die jüngsten Zahlen aus dem Monitoring von QS Mut: Der Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung nimmt weiter ab. 

Reduktion um 32 Prozent

Bei Schweinen, Geflügel und Kälbern ging der Therapieindex gleichermaßen zurück. Die Schweine- und Geflügelhalter haben QS zufolge im Jahr 2017 etwa drei Prozent weniger Antibiotika eingesetzt als im Vorjahr. Seit Beginn des Monitorings 2014 hat sich der Einsatz um mehr als 32 Prozent reduziert. „Viel Spielraum ist da nicht mehr drin“, kommentiert Thomas May von QS die Zahlen. Schließlich dürfe die Tiergesundheit nicht ins Hintertreffen geraten, mahnt der Verantwortliche für das Antibiotika-Monitoring.

BVL dokumentiert eine Zunahme bei Geflügel

Die Zahlen aus dem QS-System weichen allerdings von denen ab, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Ende März vorgelegt hatte. Die Daten des BVL zeigten, dass 2017 im Vergleich zum Vorjahr häufiger Antibiotika eingesetzt wurden, und zwar bei Masthühnern, Puten, Mastkälbern ebenso wie bei Mastschweinen.

Dass die Werte von QS und BVL nicht deckungsgleich sind, liegt an den unterschiedlichen Datenpools: Während QS auf die Daten der zertifizierten Betriebe zugreift, stützt sich das Bundesamt auf die Tierdatenbank HIT. Gemäß dem Arzneimittelgesetz müssen die Tierhalter dort die angewendeten Antibiotika, Zahl und Art der gehaltenen und behandelten Masttiere, der Behandlungstage sowie die Menge an Antibiotika melden

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