Quartalszahlen

Hohe Produktionskosten belasten Agrium

Produktionsausfälle wegen der Wirbelstürme in den USA lassen die Gewinne des kanadischen Herstellers purzeln. Die Stickstoffpreise dürften bis auf Weiteres fest bleiben.

Der kanadische Düngerproduzent gibt heute einen Verlust von 69 Mio. US-$ für das 3. Quartal 2017 bekannt. Der Umsatz von Juli bis September beträgt 2,3 Mrd. US-$. Der Geschäftsbereich Einzelhandel verzeichnete im Berichtszeitraum trotz der gravierenden Trockenheit in Australien und Kanada höhere Erlöse. Die Umsätze mit Düngemitteln in den neuen Monaten bis Ende September 2017 sind leicht auf 11 Mrd. US-$ gestiegen, der Nettogewinn um 8 Prozent auf 475 Mio. US-$ gesunken. In den USA konnte Agrium durch die Akquisition von Southern States Cooperative in Georgia und Florida insgesamt 20 Standorten dazugewinnen.

Wie am Dienstag bekannt wurde, hat Agrium im Zuge der geplanten Fusion mit Potash Corp die Salpetersäure-Anlage North Bend und das Phosphatwerk Conda verkauft. Die Fusion mit Potash geht in die Schlussphase. Die Übernahme unter Gleichen wird derzeit noch von der US-amerikanischen Wettbewerbsbehörde überprüft. Sie ist die einzige noch offene Genehmigungsbehörde. Sobald die Freigabe kommt, könnte die Fusion bis Ende des laufenden Geschäftsjahres stehen.

China exportiert weniger Harnstoff

Der Düngerproduzent erwartet für die kommenden Monate feste Preise für Stickstoffdünger. Dies ist vor allem auf die schwachen chinesischen Harnstoffausfuhren zurückzuführen. Sei gingen bis Ende September um mehr als die Hälfte oder 4 Mio. t im Jahresvergleich zurück. Vor allem die hohen Kohlepreise machen die Produktion von Harnstoff in China unproduktiv. Die geringen Ausfuhren treffen auf eine robuste Nachfrage nach Harnstoff in Indien. Die indischen Harnstofflagerbestände sind im Jahr 2017 stark zurückgegangen. Für 2018 zeichnen sich nach Angaben von Agrium einige Risiken in Indien ab. Die Abgabe von Harnstoffdünger werden an Saatgut geknüpft und die Sackgröße um 5 auf 45 kg gesenkt. Die könnte ein rückläufiger Absatz bedeuten und die Einfuhren senken. In den USA wird hingegen mit einem saisonalen Harnstoffdefizit bis Ende 2017 gerechnet. Dies dürfte die Preise für Stickstoff bis zum Frühjahr weltweit stützen.
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