Palatia Malz

Mit Mehl fing alles an


Das Werk in Kreimbach verfügt neben Saladin-Keimkästen auch über eine Lausmann-Anlage zur Produktion hochwertiger Malze.
Fotos: Bestmalz
Das Werk in Kreimbach verfügt neben Saladin-Keimkästen auch über eine Lausmann-Anlage zur Produktion hochwertiger Malze.

Die heutige Malzfirma ist exakt am 4. November 1899 im pfälzischen Kreimbach-Kaulbach zunächst als Mehlmühle eröffnet worden. Fünf Jahre später wurde der Standort im Lautertal dann zu einer Mälzerei umgebaut.

Max Göhler, der Großvater des heutigen Geschäftsführers und Mehrheitsgesellschafters, Dr. Axel Göhler, erwarb die Mälzerei in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Er entwickelte das Unternehmen in den darauffolgenden vier Jahrzehnten zu einem wichtigen Akteur der deutschen Malzbranche.

Investitionen in die Logistik

Max Göhlers Sohn Eberhard trat nach Abschluss seines Studiums in den familiären Betrieb ein und führte das Werk seines Vaters fort. Eberhard Göhler trieb die technische Entwicklung der Firma voran und investierte kräftig in die Malzherstellung im Kreimbacher Stammwerk. Im Jahre 1987 übernahm er eine zweite Mälzerei im rheinhessischen Wallertheim. Vorausschauende logistische Überlegungen gaben dabei den Ausschlag und sind bis heute aktuell: Der Standort liegt verkehrsgünstig in der Nähe der Rheinhäfen Mainz, Wiesbaden und Worms. Das verspricht kurze Wege für den Export über Antwerpen und Rotterdam. Auch für den Transport zu Lande ist die Lage am Autobahnkreuz Alzey mit direkten Verbindungen nach Köln und Frankfurt a. M. ideal.

Unter der Führung von Martin Göhler als Vertreter der dritten Familiengeneration bereitete Palatia Malz kurz nach der Jahrtausendwende den Einstieg in den internationalen Vertrieb vor: Neben dem Aufbau der Marke ‚Bestmalz‘ wurde in eine Absackanlage und Rösterei investiert, um Kunden mit sogenannten ‚Craft-Malzen‘ für handwerklich hergestellte Biere beliefern zu können.

Axel Göhler stieg 2014 ins Management ein, straffte die Gesellschaftergruppe und forcierte einen firmenübergreifenden Erneuerungsprozess. Als langjähriger Gesellschafter und Beiratsmitglied der Familienfirma war er mit dem Unternehmen gut vertraut und konnte zudem auf viele Jahre in der Unternehmensberatung und im Investmentbanking zurückgreifen. "Als der weltweite Boom beim Craftbier Anfang dieses Jahrzehnts losbrach, waren wir mit unseren Top-Qualitäten, einer guten logistischen Anbindung, leistungsfähigen Anlagen und einer international respektierten Marke bestens vorbereitet. Die hochwertigen Craft-Malze werden von Heimbrauern, Braugastronomen und Brauereien aller Größenkategorien stark nachgefragt", erinnert sich der heutige Firmenchef.

Stets Zeichen der Zeit im Blick

"Das Verbindende der drei Familiengenerationen ist, die Zeichen der Zeit zu erkennen, aber trotzdem Qualität und Tradition nicht aus dem Blick zu verlieren. Darum ging es in den schwierigen Jahren der Nachkriegszeit bei meinem Großvater und darum geht es uns auch noch heute", stellt er beim Rückblick auf die Firmengeschichte fest. "In der Brauwirtschaft allgemein und speziell in den mittelständischen Unternehmen stehen wir vor großen Herausforderungen – zum Beispiel der Digitalisierung", sagt Göhler: "Aber es gibt auch viele Chancen. Wir haben uns vorgenommen, diese zu nutzen!"

Immer die Qualität im Auge, vertraut die Traditionsmälzerei seit vielen Jahren auf handwerkliches "langsames" Mälzen, kombiniert mit modernster Technik. Das Unternehmen hat lebensmitteltechnologisch ausgefeilte und elektronisch unterstützte Prozesse implementiert, die Produktion, Qualität und Logistik stetig kontrollieren. Das Portfolio umfasst über 50 Standardprodukte. Neben Basis- und Spezialmalzen gehören dazu auch Bio-Malze sowie Malz aus der traditionellen Gerstensorte ‚Barke‘. Zusätzlich wird bei Großkunden aus dem In- und Ausland auch nach deren Spezifikationen produziert.

Der Umsatz der Gruppe, die mehr als 80 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt, beläuft sich auf mehr als 30 Mio. €. Verarbeitet werden jährlich über 100 000 t Gerste und Weizen, die überwiegend aus heimischer Erzeugung stammen. Die Ware wird zu ungefähr 70 000 t Brau- und Weizenmalz verarbeitet.

Kundenstamm rund um die Welt

Die Produkte von Palatia Malz werden an mehr als 300 Kunden in der ‚DACH-Region‘ – also in Deutschland, Österreich und der Schweiz – sowie über zertifizierte Händler international vertrieben. Im Jubiläumsjahr 2019 macht sich die Firma quasi ein eigenes Geschenk.

Am Standort Wallertheim wird ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen. "Damit können wir unsere Malzerzeugnisse in kleinen, mittleren und großen Verpackungseinheiten künftig schneller in alle Welt verschicken", sagt der Geschäftsführer. Im Herbst dieses Jahres wird der runde Geburtstag zusammen mit der Einweihung der jüngsten Investition gefeiert.

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