Raiffeisen Networld

Genossen gründen digitales Joint Venture


Die Raiffeisen Networld GmbH will ein umfassendes digitales Werkzeug für Landwirte schaffen.
Foto: Raiffeisen Networld GmbH
Die Raiffeisen Networld GmbH will ein umfassendes digitales Werkzeug für Landwirte schaffen.

Die Kräfte gegenüber Internetkonzernen bündeln, Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Anwendungen schaffen und einen neuen Vertriebskanal öffnen: das planen eine Haupt- und zahlreiche Primärgenossenschaften im neuen Gemeinschaftsunternehmen.

Insgesamt 29 Genossenschaften haben die Raiffeisen Networld GmbH gegründet, um eine digitale Handelsplattform für den Agrarhandel zu entwickeln. Neben der RWZ Köln als einzige Hauptgenossenschaft sind 28 Primärgenossenschaften aus ganz Deutschland an dem Unternehmen beteiligt, darunter unter anderem die Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel, die Raiffeisen Emsland-Süd und die Raiffeisen Straubing GmbH. Die Gesellschafter wollen in den kommenden fünf Jahren 12 Mio. € in den Aufbau einer digitalen Handelsinfrastruktur investieren.

Landwirte sollen über die Plattform, deren Start für 2021 geplant ist, digital Betriebsmittel einkaufen sowie ihre Ernte vermarkten können. Außerdem soll die Plattform "umfangreiche Produktinformationen" sowie "passgenaue Empfehlungen" zur landwirtschaftlichen Erzeugung bieten. Zudem würden Anbindungen an Farmmanagement-Systeme, Landmaschinen und Warenwirtschaftssysteme entwickelt, hieß es auf Anfrage der agrarzeitung (az). Dabei sollen die unterschiedlichen Warenwirtschaftssysteme entlang der Wertschöpfungskette vernetzt werden. Die Plattform soll als "neuer digitaler Transaktionskanal zwischen dem Landwirt sowie dem jeweiligen Anbieter" kostenlos sein. "Spezielle Mehrwertfunktionen" könnten jedoch auch Kosten verursachen, wären aber "flexibel zu buchen", teilte die Raiffeisen Networld GmbH der az weiter mit.
„Die Plattform wird signifikante Zeitbudgets freisetzen.“
Christoph Hosang, Geschäftsführer, 

Mit dem Aufbau einer eigenen digitalen Handelsplattform sichere sich die deutsche Agrarwirtschaft "die Hoheit über ihre Daten", sagt Andreas Bauer (38), Geschäftsführer der Raiffeisen Networld GmbH. Das sei "angesichts der Datenkonzentration durch wenige globale Megakonzerne" eine "dringend benötigte Maßnahme zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft", so Bauer weiter. Ein weiterer Vorteil der Plattform liege darin, dass sie "signifikante Zeitbudgets" bei den Landwirten freisetze, die den Kauf von Betriebsmitteln derzeit häufig noch per Fax oder Telefon tätigten, so Christoph Hosang (35), zweiter Geschäftsführer der Raiffeisen Networld.

Die Erfolgsaussichten der Plattform beurteilt Bauer sehr optimistisch: Bereits nach zwei Betriebsjahren rechnet er mit einem Umsatz von mehr als 1 Mrd. €.

www.raiffeisen-networld.de

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