Friesland Campina setzt in Deutschland den Rotstift an.
Foto: Friesland Campina
Friesland Campina setzt in Deutschland den Rotstift an.

Der niederländisch-deutsche Molkereikonzern Royal FrieslandCampina zieht die Konsequenzen aus den anhaltenden Verlusten im Deutschlandgeschäft und stellt sich hier neu auf. Ein Werk soll geschlossen werden.

Der Molkereiriese Royal FrieslandCampina (RFC) hat am Mittwoch auf einer Aufsichtsratssitzung eine umfassende Neuorientierung im deutschen Markt beschlossen. Ziel sei es, das Unternehmen innerhalb von drei Jahren wieder in die Gewinnzone zu bringen. Dafür sollen das Dessert-Werk in Gütersloh geschlossen und die kommerziellen Aktivitäten im Raum Düsseldorf gebündelt werden. Davon sind insgesamt mehr als 300 Mitarbeiter betroffen. Außerdem kündigt der Konzern "beträchtliche Investitionen" in Kernmarken wie Landliebe, Tuffi und Frico (Käse) an.

RFC ist schon länger unzufrieden mit der Situation in Deutschland, schreibt lebensmittelzeitung.net. Daran hätten auch die diversen Strategie- und Geschäftsführerwechsel in den vergangenen Jahren nichts ändern können. Erst zum 1. April hatte FrieslandCampina Germany mit Jan Kruise einen neuen Managing Director bekommen. Zuletzt habe RFC bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen (Konzernumsatz: 6,1 Mrd. Euro) über das negative Ergebnis in Deutschland geklagt, so lz.net. Es herrsche extremer Preisdruck vor allem bei Handelsmarken.

Das sei auch der Grund für die Schließung in Gütersloh mit 231 Mitarbeitern. Das Unternehmen sieht diesen Schritt als Konsequenz aus den Überkapazitäten im stark fragmentierten deutschen Markt und der seit Jahren verlustbringenden Produktion von Private Label-Desserts, die den Löwenanteil des Volumens in Gütersloh ausmachen, teilte Kruise mit. Diese Kategorie werde eingestellt, während andere Produktionslinien in die Werke in Köln, Heilbronn und Maasdam in den Niederlanden verlagert würden. Die Stilllegung der Produktion in Gütersloh ist für Ende März 2019 vorgesehen.

Neue Impulse verspricht sich die Molkerei durch den Umzug der kommerziellen Geschäftsbereiche in den Raum Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen sei schon immer eine Schlüsselregion für FrieslandCampina gewesen. Viele Mitglieder der Genossenschaft seien dort angesiedelt, und Tuffi eine starke lokale Marke. "Von dem Umzug und der Bündelung im Raum Düsseldorf erwarten wir, dass FrieslandCampina von dem großen Reservoir an Talenten in der Region profitieren wird und dass wir von dort unsere Strategie für Deutschland effektiver umsetzen können", so Kruise. Die Verlegung ist für das zweite Quartal 2018 vorgesehen.

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