Rinderkrankheit

Bauernbund beklagt sinnlose Tötung


Ein Tierbestand von 1700 Milchkühen in Kröpelin in Mecklenburg-Vorpommern soll auf behördliche Anweisung getötet werden. Der Bauernbund Brandenburg verlangt eine kritische Prüfung veterinärbürokratischer Vorschriften.

Bei einzelnen Tieren des Bestandes sei die Krankheit Rinderherpes des Typ BHV1 festgestellt worden, teilt der Bauernbund Brandenburg heute mit. Daraufhin habe das Land Mecklenburg-Vopommern die Abschlachtung des gesamten Bestandes angeordnet. Für diese Maßnahme gebe es kein Verständnis, so der Bauernbund. "Der Erreger an sich ist völlig ungefährlich, beeinträchtigt weder die Qualität der Milch noch des Fleisches und kommt bei stressfreier Haltung ohnehin nicht zum Ausdruck", wird Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung in der Mitteilung zitiert. 

Die Tötung von 1700 Kühen sei aufgrund der großen Zahl ein besonders krasses Beispiel, weise aber auf einen generellen Missstand hin, so Jung. Es sei höchte Zeit, die von der staatlichen Veterinärbürokratie geforderte BHV1-Freiheit aller Rinderbestände kritisch zu hinterfragen, unterstreicht er. Seit Jahren koste die zwangsweise Bekämpfung dieser relativ unbedeutenden Krankheit die Bauern Zeit und Geld. Und wenn irgendwo doch einmal ein Erreger festgestellt wird, mache der Staat die züchterische Arbeit von Generationen an einem Tag kaputt, sagt Jung. Dies halte er für unverhältnismäßig.

Auch in Schleswig-Holstein waren nach Presseberichten in den vergangenen Tagen mehrere Fälle der Rinderkrankheit BHV-1 entdeckt worden. So sei in einem Betrieb in Padenstedt bei Neumünster ein Bestand aufgefallen, in welchem 89 Prozent der Tiere Antikörper gebildet hatten ohne erkennbar erkrankt zu sein. Auf Anordnung der Behörden müssten 657 der Reagenten getötet werden, berichtet das Nachrichtenportal für Schleswig-Holstein (shz.de). Insgesamt seien in dem Bundesland auf vier Betrieben bisher rund 1.800 Tiere aufgefallen und würden getötet.
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