Robotik

Feldroboter von Strube zählt Pflanzen

Foto: Strube

Wie viele junge Pflänzchen sterben nach dem Feldaufgang durch Insektenfraß? Durch das Verbot neonikotinoider Beizen gewinnt diese Information für Züchter an Bedeutung. Das Zuchtunternehmen Strube nutzt dafür einen Feldroboter.

Der "phenoFieldBot" zieht seit Kurzem seine Bahnen durch die Versuchsfelder des Züchters Strube. Unter anderem misst der kleine Feldroboter die Absterberate von Jungpflanzen nach dem Feldaufgang. Diese Information wird für Züchter zunehmend wichtiger, teilt Strube mit. Denn durch das Verbot der neonikotinoiden Beizen seien die auflaufenden Pflanzen nicht mehr systemisch gegen Fraßinsekten geschützt. Darüber hinaus will Strube mit der neuen Technik sowohl den Einfluss neuer Beizen auf den Feldaufgang als auch auf das Überleben der aufgelaufenen Pflanzen quantifizieren. Auch die eingeschränkte Auswahl an Herbiziden, ändert den Blickwinkel der Züchter. So setzt Strube nun vermehrt den Fokus auf die Homogenität der Blattflächen und die Messung der Bodenbedeckung. "Angesichts dieser Entwicklung gewinnen Eigenschaften wie schnelle Bodenbedeckung und schneller Reihenschluss eine immer größere Bedeutung“, erläutert Dr. Antje Wolff, Leiterin der Abteilung Saatgutforschung bei Strube.
Feldroboter mit Blick für's Detail
Der phenoFieldBot ist ein autonom fahrendes Fahrzeug, das mit einem Farb- und Nahinfrarot-Kamerasystem zur Bildanalyse von Pflanzen ausgestattet ist. Viele Einzelbilder, die der Roboter aufnimmt, während er durch eine Parzelle fährt, werden automatisch zu einem hochaufgelösten Gesamtbild der Parzelle zusammengesetzt. In den aufgenommenen Bildern werden Pflanzen automatisch erkannt und verortet.

Entwickelt wurde das Kamera- und Datenaufnahmesystem in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer EZRT. Als Trägerfahrzeug für das Kamerasystem dient die kommerzielle, autonom navigierende Plattform DINO des französischen Start-ups NAÏO technologies.


 "Durch die RTK-GPS-Koordinaten jeder einzelnen Pflanze ermöglicht es uns der phenoFieldBot, bei wiederholten Überfahrten jede einzelne Pflanze in der Parzelle wiederzufinden und ihre Blattflächenentwicklung über die Zeit zu verfolgen – dies gilt sowohl für Rübenpflanzen, als auch für Unkräuter", erklärt Christian Hügel, Leiter des Technikums Saatgutforschung bei Strube. Die automatische Unterscheidung von Rüben- und Unkrautpflanzen erfolgt durch einen Algorithmus, der mit Hilfe von künstlicher Intelligenz trainiert wurde, so Hügel weiter.

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