Strukturwandel

Deal zwischen RWZ und Primärgenossen


Die RWZ macht erneut durch Hochzeitspläne auf sich aufmerksam.
Bild: RWZ
Die RWZ macht erneut durch Hochzeitspläne auf sich aufmerksam.

Die Raiffeisen Waren-Zentrale (RWZ) in Köln will 20 Prozent der Anteile an einer großen Primärgenossenschaft im Rheinland übernehmen. Im Gegenzug wollen die Genossen regionale Standorte der Kölner kaufen beziehungsweise pachten.

Die designierten Geschäftspartner wollen nichts weniger als eine „Allianz mit Modell-Charakter“ schmieden. Das teilte die RWZ am Donnerstag mit. Die Kölner wollen durch die Übernahme von 20 Prozent der Anteile an der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft (BBAG) in Nörvenich „ihren Anteil am Großhandelsgeschäft als wichtigster Zulieferer der BBAG“ deutlich ausbauen, wie es weiter heißt. Die BBAG werde im Gegenzug das Agrarhandelsgeschäft der RWZ im Raum Zülpich-Nideggen-Embken und dem Aachener Land übernehmen, und zwar teils durch Kauf und teils durch Pacht. Die genossenschaftlichen Gremien müssen der Transaktion noch zustimmen. Bis Ende des Jahres soll der Deal den Unternehmen zufolge über die Bühne gehen. Konkret betroffen sind die Standorte Embken, Eschweiler, Drove, Geilenkirchen, Linnich und Merzenhausen.

Der RWZ-Vorstandsvorsitzende Christoph Kempkes hatte in den vergangenen Jahren wiederholt eine bessere und effizientere Zusammenarbeit zwischen Primärgenossenschaften und Hauptgenossenschaften angemahnt, zuletzt auf der RWZ-Generalversammlung im Juni in Bonn. Die Hauptgenossenschaften sollten sich auf ihre Großhandelsfunktion zurückbesinnen, die Primärgenossen wiederum auf die lokale Erfassung, so sein Credo. Der nun geplante Deal passt zu diesen Bekundungen: Beide Unternehmen verfolgten mit diesem Schritt eine „zügige Optimierung der Arbeitsteilung innerhalb des genossenschaftlichen Verbundes in dieser Region, um bestmöglich auf den sich noch beschleunigenden Strukturwandel auf nahezu allen Ebenen des Agrarsektors vorbereitet zu sein“, begründen RWZ und BBAG den heute angekündigten Deal.

„Gerade in einer Region mit sehr leistungsfähiger Primärstufe muss die RWZ keine funktionsgleiche Parallelstruktur unterhalten, welche die ‚Leistungsfähigkeit des Ganzen’ aus dem Blickwinkel der landwirtschaftlichen Kundschaft auf Dauer nur schwächt“, so Kempkes weiter. Nach vorne gedacht würden solche Allianzen „letztlich alle Beteiligten stützen“, zeigt sich der RWZ-CEO überzeugt, der die Transaktion als Bekenntnis zur Zweistufigkeit verstanden wissen will: RWZ und BBAG würden das Warengeschäft im Ländlichen Raum „in Punkto Arbeitsteilung durch konsequent gelebte und sinnvoll gestaltete ‚Zweistufigkeit‘ zukunftsfest“ machen. Dort, wo solche Allianzen noch nicht möglich seien oder keine mit der RWZ verbundenen Primärgenossenschaften vor Ort seien, bleibe die RWZ „selbstverständlich weiterhin mit vollem Engagement im Direktgeschäft tätig.“

„Die Buir-Bliesheimer stärkt durchdiesen Wachstumsschritt ihre Position als führendes Agrarhandelsunternehmen in der Region. Durch die vereinbarte Arbeitsteilung konzentrieren sich beide Unternehmen auf ihre jeweiligen Stärken und werden dadurch Breite und Qualität des Leistungsangebotes auf ein noch höheres Niveau heben. Davon werden die Landwirte maßgeblich profitieren“, zeigt sich der geschäftsführende Vorstand der BBAG, Peter-Josef Gormans, überzeugt.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Joachim Kalberlah
    Erstellt 15. September 2019 12:19 | Permanent-Link

    Aus Sicht des Handels sicher eine sinnvolle Entscheidung, obwohl es bereits viele negative Beispiele gibt, denn wenn der Wasserkopf zu groß wird leidet die Wirtschaftlichkeit.

    Aus Sicht der Landwirte setzt sich damit leider eine negative Entwicklung fort. Nur wenn wir ausreichenden Wettbewerb haben, haben wir überhaupt ein Wahl. Große Agrarunternehmen sind immer in der Lage überregional einzukaufen, aber für die mittleren und kleineren Betriebe führt das zu steigenden Preisen im Einkauf. Hoffen wir mal, dass sich durch den Online-Handel hier etwas ändert...

stats