RWZ Köln

Kartoffel-Hochzeit im Rheinland

Die RWZ schmiedet eine weitere Allianz: Ihr Tochterunternehmen Wilhelm Weuthen gründet mit einer rheinischen Agrargenossenschaft ein Gemeinschaftsunternehmen. Tätig werden soll die neue Einheit bereits mit der neuen Kartoffelernte.

Die Tochter der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main (RWZ) in Köln, Wilhelm Weuthen GmbH, und die Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft (BBAG), bündeln ihre Kräfte im Geschäft mit Speisekartoffeln. Die Kölner und die BBAG, die vorwiegend im Rheinland tätig ist, haben dazu ein regionales Joint-Venture vereinbart. Das teilte die RWZ am heutigen Dienstag mit. An dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligen sich beide Partner zu 50 Prozent. Das Bundeskartellamt hat dem Joint-Venture nach Angaben der RWZ bereits zugestimmt.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll mit Start der Erntesaison für Kartoffeln, die in normalen Jahren ab September beginnt, den Betrieb aufnehmen. Das Joint-Venture soll den Namen Buir-Bliesheimer Kartoffeln GmbH (BBK) tragen und seinen Sitz im rheinischen Euskirchen haben. Es wird von beiden Partern gemeinschaftlich geführt. Die BBAG überträgt ihr gesamtes Speisekartoffel-Geschäft im Umfang von rund 20.000 t in die BBK. Gleichzeitig erwirbt die BBAG eine Minderheitsbeteiligung von 3 Prozent an der RWZ-Tochter Wilhelm Weuthen, wie die Kölner außerdem bekannt gaben. 

Kempkes: Allianz gut für alle Beteiligten

RWZ-Vorstandschef Christoph Kempkes begründet den Zusammenschluss auch mit der wachsenden Konzentration auf Seiten der Abnehmer im Lebensmitteleinzelhandel: "Alles, was unser Kartoffelgeschäft stärkt, ist im Lichte einer sich konzentrierenden Nachfragelandschaft im Lebensmittelhandel beziehungsweise bei Weiterverarbeitern gut für unsere Landwirte, deren Mitgliedsgenossenschaften und somit auch für die RWZ", so Kempkes wörtlich. Diese Allianz mache daher "viel Sinn" und könne mit "unserem beiderseitigen Know-how noch deutlich ausgebaut werden", so Kempkes weiter. Denn während die RWZ-Tochter Weuthen internationale Geschäftsbeziehungen unterhält, ist die Buir-Bliesheimer stark verwurzelt in der Region. Diese Stärken der Partner würden sich in der neuen Allianz prima ergänzen, erläuterte die RWZ auf Anfrage von agrarzeitung.de.

Peter-Josef Gormanns, hauptamtliches Vorstandsmitglied der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft, betont die Vermarktungschancen für die Landwirte: "Durch diese Intensivierung der Zusammenarbeit mit Weuthen können wir unsere erfolgreiche Arbeit als Spezialist in der Speisekartoffelvermarktung nochmals spürbar verbessern. Dies wird unseren Landwirten neue Möglichkeiten in der Vermarktung ihrer hochwertigen Ware eröffnen“, so Gormanns. 
Auf der Generalversammlung der RWZ im Juni in Bonn hatte der Vorstandsvorsitzende Kempkes bereits die Pläne für die Allianz angekündigt. Seinerzeit war aber die Zustimmung des Bundeskartellamts noch offen. 

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