Saatguthandelstag

Mindestkeimfähigkeit gesenkt

Wegen der knappen Versorgungslage mit Saatgut für Sommergetreide musste die Mindestkeimfähigkeit für bestimmte Sorten gesenkt werden. Wie hoch das Angebot für Wintergetreide in diesem Herbst ausfällt, ist noch offen.

Sowohl in Niedersachsen, Schleswig-Holstein als auch Mecklenburg-Vorpommern verlief die Ernte und Aussaat von Wintergetreide witterungsbedingt im vergangenen Herbst schwierig. Anhaltende Regenfälle machten die Felder unbefahrbar. Ein großer Teil der Flächen konnte deshalb nicht bestellt werden. Landwirte wollten deshalb mehr auf Sommerungen umsteigen. In diesem Frühjahr hat das zu einer erhöhten Nachfrage nach Saatgut für Sommergetreide geführt, berichten Teilnehmer auf dem Saatguthandelstag in Magdeburg. Regional war das Angebot dadurch knapp, so der Bundesverband der VO-Firmen (BVO).
Allerdings wurden von den autorisierten Mengen für Sommerweizen und - Hafer recht wenig abgerufen, vermutlich konnte ein Großteil bereits durch Importe gedeckt werden, heißt es heute beim Saatguthandelstag in Magdeburg. Der BVO vermutet, dass außerdem einiges an Fläche, die normalerweise für Wintergetreide genutzt wird, nun mit Mais bestellt wurde. Dies bestätigen die aktuellen Anbauschätzungen, die das Statistische Bundesamt am heutigen Dienstag veröffentlichte. Die Nachfrage nach Saatgut für Leguminosen habe hingegen kaum zugenommen, berichtet der BVO auf dem Saatguthandelstag in Magdeburg.

Vor dem Hintergrund einer knappen Versorgungslage, musste die Mindestkeimfähigkeit bestimmter Sorten in Sommergetreidekulturen gesenkt werden: Für Triticale auf 80 Prozent, für Hafer auf 75 Prozent, für Weizen, Roggen, Gerste und Hartweizen auf jeweils 80 Prozent.


Aufgrund des Flächenrückgangs für Winterweizen im aktuellen Anbaujahr sei laut BVO noch keine Aussage über die Saatgutversorgung mit Wintergetreide möglich.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats