Saatgutqualität

Gesunde Basis für hohe Erträge

Jede Partie Z-Saatgut wird kontrolliert.
Foto: GFZS
Jede Partie Z-Saatgut wird kontrolliert.

Der Einsatz von Z-Saatgut hat Wachstumspotenzial. Dazu soll die Attraktivität weiter erhöht, aber auch besser kommuniziert werden.

„Wir starten jetzt voll durch“, sagt Dr. Jürgen Peukert von der Bonner Geschäftsstelle des Getreidefonds Z-Saatgut (GFZS) im Gespräch mit der agrarzeitung (az). Dazu wurde der GFZS im Vergleich zu früheren Einrichtungen zur Förderung von Z-Saatgut, wie dem Gemeinschaftsfonds Saatgetreide (GFS), personell verstärkt.

Organisationsstruktur des GFZS
Der 2018 gegründete Getreidefonds Z-Saatgut e.V. (GFZS) hat seinen Sitz im Haus der Pflanzenzüchtung in Bonn. Er löste damals den Gemeinschaftsfonds Saatgetreide (GFS) ab. Heutiger Vorsitzender des GFZS ist Marcus Iken von der Saaten-Union, sein Stellvertreter ist Franz Beutl von der I.G. Pflanzenzucht. Den weiteren Vorstand bilden Vertreter der deutschen Getreidezüchter sowie der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP). Geschäftsführer des GFZS ist Dr. Dennis Hehnen. Er wird unterstützt durch Janneke Ogink, die sich der Kommunikation des Vereins widmet, sowie durch Dr. Jürgen Peukert, der für alle fachlichen Fragen rund um das Produkt und den Service zuständig ist.

„Die Marke Z-Saatgut muss sich zeitgemäß aufstellen, um von der Zielgruppe wahrgenommen zu werden. Dafür benötigt es eine Öffentlichkeitsarbeit, die über das hinausgeht, was einzelne Firmen im Rahmen ihrer täglichen Arbeit für ihren Bereich, ihre Sorten oder ihre Handelsmarken leisten können“, erklärt Janneke Ogink den größeren Fokus auf die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

Kommunikation über alle Kanäle

Der GFZS besetzt zwar nach wie vor die Themen, denen sich auch der GFS gewidmet hat – wie etwa das Qualitätssicherungssystem für Z-Saatgut (QSS), an dem alle Aufbereitungsanlagen teilnehmen, um die hohe Qualität des deutschen Z-Saatguts sicherzustellen. Zusätzlich verstärken die Verantwortlichen im GFZS den eigenen Online-Auftritt, die Teilnahme an den angesagten Social-Media-Plattformen sowie Messeauftritte, wenn diese wieder möglich sind. Alle Maßnahmen zielen darauf ab, die Vorteile von Z-Saatgut darzustellen. „Wir wollen durch Leistung überzeugen“, beteuern Ogink und Peukert.

Qualitätsgarantie steht ganz oben

Dazu haben sich Vorstand und Geschäftsstelle auch vorgenommen, das Qualitätssicherungssystem stetig zu verbessern, das seit 15 Jahren Saatgutqualitäten der gesetzlichen Norm und darüber hinaus absichert. „Die jährlichen QSS-Ergebnisse zeigen, dass die Saatgutqualität in Deutschland sehr gut ist“, betont Peukert und ergänzt: „Die Branche beweist dies auch in schwierigeren Jahren.“ Das QSS liefert über die von der amtlichen Kontrolle festgestellten Werte zur technischen Reinheit, Mindestkeimfähigkeit oder Fremdbesatz zusätzliche Sicherheit zur Sortierung und dem Beizgrad. Zur Kommunikation gehört auch, Lösungen anzubieten, wenn die Qualität von Z-Saatgut einmal Mängel aufweist, die erst nach dem Kauf oder sogar nach dem Feldaufgang sichtbar werden. In solch einem Fall bietet nur Z-Saatgut Landwirten die Möglichkeit zur Reklamation. Deswegen bietet der GFZS seit Kurzem Orientierung und Hilfestellung zu möglichen Reklamationen an.

Zuchtfortschritt besser nutzbar

Langfristig hoffen die Verantwortlichen im GFZS, mit dem verstärkten Engagement die Attraktivität von Z-Saatgut zu steigern und einen höheren Saatgutwechsel zu erzielen. Die Werte liegen seit einigen Jahren auf einem stabilen Niveau von gut 55 Prozent. „Zufrieden sind wir damit nicht. Wir sehen hier auf jeden Fall noch ein großes Steigerungspotenzial“, sagt Peukert. Er begründet seinen Optimismus damit, dass die Verwendung hochwertigen Saatguts wichtiger wird, wenn wichtige Pflanzenschutz- und Düngemittel wegfallen und sich Umwelt- und Anbaubedingungen verändern. „Dann muss der Landwirt mit mehrfach geprüftem, gesundem Saatgut die Basis für einen sicheren Ertrag legen. Außerdem kann mit Z-Saatgut der Zuchtfortschritt unmittelbar genutzt werden.“

Schließlich wollen die GFZS-Verantwortlichen mit der Aufklärung über Z-Saatgut noch viel früher ansetzen als bisher. Denn ihrer Beobachtung nach bekommt das Thema Saatgut weder in der landwirtschaftlichen Ausbildung noch an Schulen und Universitäten die Aufmerksamkeit, die es verdient. „Hier muss bereits frühzeitig in der Ausbildung ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie wichtig das richtige Saatgut für die erfolgreiche landwirtschaftliche Produktion ist und welche Vorteile sich dem Landwirt dadurch ergeben“, verdeutlicht Ogink das Anliegen.

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