Sachsen-Anhalt

Bracheflächen dürfen als Futter dienen


Es kommt einem wie ein Déja-Vu vor: In Sachsen-Anhalt dürfen Landwirte wie bereits im Vorjahr ökologische Vorrangflächen als Futter nutzen. Auf Antrag gibt das Land die Flächen zur Futternutzung frei. 

Das Landwirtschaftsministerium erlaubt, den Aufwuchs von Brachen, die als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) angemeldet wurden, zur Futternutzung im Einzelfall zuzulassen. Diese Ausnahme ist seit dem 1. Juli möglich. Mit dieser Maßnahme will das Ministerium landwirtschaftliche Betriebe untersützen, in denen das Futter wegen Hitze und Trockenheit knapp wird.

„Es sind nach dem Dürrejahr 2018 und zu geringen Niederschlägen auch in 2019 die Bodenwasservorräte im Land noch lange nicht aufgefüllt. Die Situation ist zwar nicht mit dem Jahr 2018 vergleichbar, dennoch kommt es in einigen Regionen weiterhin zu Engpässen bei der Futterversorgung. Deshalb geben wir auf Antrag im Einzelfall die Bracheflächen zur Futternutzung frei. Das verbessert die Futtersituation in den Betrieben, die Tiere halten. Wir ergreifen alle Möglichkeiten, unsere Landwirtinnen und Landwirte in Zeiten der Trockenheit zu unterstützen“, teilt das Ministerium mit.

Notleidende Betriebe können entsprechende Anträge an das zuständige Amt für Flurneuordnung und Forsten (ALFF) formlos stellen. Die Futternutzung durch notleidende Nachbarbetriebe mit Viehhaltung ist zulässig und muss im Antrag konkret benannt werden. Eine Verwendung des Aufwuchses für andere Zwecke (zum Beispiel in einer Biogasanlage) ist nicht zulässig. Die Ausnahmen gelten ausschließlich zur Futterversorgung in tierhaltenden Betrieben aufgrund regionaler Engpässe.

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