Schädlinge

DMK warnt vor Maiszünsler

Maiszünsler
Foto: Sylvia Melchior/AMW
Maiszünsler

Verschiedene Ackerkulturen schätzen warmes Wetter in der zweiten Maihälfte. Das geht dem Maiszünsler leider ganz genauso. Er ist dieses Jahr sogar sieben bis zehn Tage früher dran als sonst.

Im südhessischen Viernheim wurden die ersten Maiszünsler gefangen. Dem Deutschen Maiskomitee (DMK) zufolge ist der Schädling in diesem Jahr offensichtlich sieben bis zehn Tage früher zu finden als in den Vorjahren. Das DMK rät Landwirten, Maiszünslerfallen aufzustellen, ihre Bestände intensiv zu beobachten und auf Warnungen der einschlägigen Dienste zu hören.

Vielfältige Bekämpfungswege

Gegen Ostrinia nubilalis, der sich laut DMK zu einem der bedeutendsten tierischen Schädlinge im Maisanbau entwickelt habe, gibt es mechanische, chemische und biologische Vorgehensweisen. Beim mechanischen Ansatz werden die Stoppeln nach einer Ernte zerhäckselt, um den Lebenszyklus des Schädlings nachhaltig zu stören. Die chemische Variante verläuft klassisch über Insektizide, die jedoch möglichst zur Eiablage ausgebracht werden sollen. Die biologische Lösung sieht den Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen vor. Die werden wahlweise per Hand oder neuerdings per Multikopterdrohne in kleinen Kügelchen ausgebracht. Trichogramma-Wespen sind der natürliche Fressfeind des Maiszünsler.
Vier Prozent weltweit
Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) ist ein Kleinschmetterling mit einer namensgebenden Vorliebe für Mais, der sich zu einem der wirtschaftlich bedeutensten Schädlinge für den Maisanbau entwickelt hat. Sein Wachstum ist eng mit der Witterung verbandelt. Die letzten warmen Wochen haben ihm gut getan. Zehn bis 14 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Raupen, die an Blättern nagen und sich anschließend in den Stängel bohren. Letztendlich stirbt die Pflanze ab. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vernichtet der Maiszünsler jährlich vier Prozent der weltweiten Maisernte.


In Frankreich wird außerdem an einer Methode mit Pheromonen gearbeitet, die den Lockmechanismus der Kleinschmetterlinge so durcheinander bringt, dass Männchen und Weibchen nicht mehr zueinander finden. Auch ein Ansatz aus der Grünen Gentechnik existiert, wirkt jedoch nur gegen Larven und nicht gegen ausgewachsene Tiere. Dabei wurde eine trangsgene Pflanze erschaffen, die ein für den Maiszünsler giftiges Protein dauerhaft produziert. Die Gensequenzen stammen aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt). Der Anbau von Bt-Mais ist nur in Spanien und Portugal von Bedeutung. Auf gentechnisch veränderte (gv) Sorten entfallen in Spanien etwa 35 Prozent der Maisproduktion. Bezogen auf alle 28 EU-Mitgliedstaaten ist der gv-Mais-Anteil mit 1,5 Prozent der Gesamtanbaufläche sehr gering.

Themen:
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