Schlachthofprozess

Sieben Jahre Haft für Steuerhinterziehung

Bild: Pixabay / WilliamCho

In einem Betrugsskandal rund um deutsche Schlachthöfe sind jetzt die Urteile gefällt worden. Dabei verhängte das Landgericht Duisburg hohe Haftstrafen.

Im sogenannte „Schlachthofprozess“ gegen einen 55-jährigen aus Rheurdt und drei weitere Angeklagte wegen Steuerhinterziehung und dem illegalen Einsatz von rund 1000 rumänischen Leiharbeitern in deutschen Schlachthöfen kam das Landgericht Duisburg nun zu einem Urteil. Der Hauptangeklagte wurde unter anderem wegen Steuerhinterziehung in 37 Fällen und Veruntreuung von Arbeitsentgelt in 24 Fällen zu insgesamt sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Der 58-jährige Mittäter erhielt fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Das Gericht sah es als bewiesen an, dass der 55-Jährige zusammen mit dem 58-jährigen Angeklagten ein "Abgabenhinterziehungssystem" für Nachunternehmer in der Fleischindustrie aufbaute, das über eine Buchhaltungsfirma betrieben wurde. Außerdem führten sie rund 50.000 € Lohnsteuern und 139.000 € Sozialversicherungsbeiträge nicht ab. Für die größtenteils aus Rumänien stammende Leiharbeiter meldeten sie zu niedrige Lohnsummen an. Insgesamt sei ein Steuerschaden von 6,5 Mio. € entstanden.

Ein 59-jähriger Angeklagter wurde wegen Steuerhinterziehung zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung, ein 75-jähriger zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Die beiden hatten sich ebenfalls an dem Hinterziehungssystem mit der Buchhaltungsfirma beteiligt. Der Prozess umfasste insgesamt 107 Verhandlungstage, 110 Zeugen aus dem In- und Ausland wurden befragt.

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