Schweinehaltung

QS-System als eine Lösung für die Kastrationsproblematik


Der Agrarexperte der Rewe Group, Dr. Ludger Breloh, sucht mit nach Lösungen für die Schweinehalter.
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Der Agrarexperte der Rewe Group, Dr. Ludger Breloh, sucht mit nach Lösungen für die Schweinehalter.

Die harte Haltung der Bundesländer zum Thema Ferkelkastration hat die Schweinebranche geschockt. Aus dem Handel kommt ein Vorschlag zur Lösung des Problems.

Unter den Schweinhaltern in Deutschland macht sich Resignation breit. Beim Fokus Schwein in Twistringen versuchte Dr. Ludger Breloh am Dienstag den mehr als 400 Schweinehaltern Mut zu machen. Der Agrarexperte der Rewe Group bat um Entschuldigung, weil es den Beteiligten in der Wertschöpfungskette in den vergangenen Jahren nicht gelungen sei, eine Lösung für das Problem zu finden. Als Hauptproblem sieht der Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels die Ablehnung bestimmter Verfahren durch einzelne Akteure innerhalb der Kette.

Immunokastration seit zwei Jahren akzeptiert

Völliges Unverständnis zeigte er für Äußerungen aus dem Bauernverband, bei denen die Immunokastration mit Hormonfleisch in Verbindung gebracht wurde. Für sein Unternehmen betonte Breloh, dass alle in Deutschland zugelassenen Verfahren akzeptiert werden. Ab dem 1. Januar 2019 sind das nach gegenwärtiger Gesetzeslage die Ebermast, die Immunokastraton und die Kastration unter Isofluran-Narkose. Rewe vermarkte seit zwei Jahren in Bayern Biofleisch von geimpften Ebern, ohne dass es bei den Kunden Akzeptanzprobleme gebe. Sollte die Politik den „Vierten Weg“ frei machen, werde Rewe auch dieses Verfahren akzeptieren, versprach Brehlo.

QS nur für in Deutschland zugelassene Verfahren

Für den Fall, dass sich die Politik nicht umstimmen lasse, müssten aus seiner Sicht Maßnahmen getroffen werden, die die deutschen Ferkelerzeuger vor Wettbewerbsverzerrungen schützten. Eine Rolle könne dabei das QS-System spielen, das als private Initiative nahezu 100 Prozent des in Deutschland produzierten und vermarkteten Fleischs abdeckt. Bei QS sollten nur Kastrationsverfahren zugelassen werden, für die es in Deutschland eine gesetzliche Grundlage gebe, forderte Breloh. So könne verhindert werden, dass deutsche Mäster in Dänemark oder den Niederlanden Ferkel einkaufen, die mit Methoden kastriert wurden, die in Deutschland verboten sind.

Schweinhalter kämpfen weiter für den Vierten Weg

Unter den anwesenden Schweinhaltern stieß der Vorschlag auf ein verhaltenes Echo. Die Mäster und Ferkelerzeuger wollen lieber weiter für den Vierten Weg kämpfen. Bei einer Demonstration anlässlich der Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf gibt es am Donnerstag die nächste Gelegenheit dazu.

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