Eine ausreichende Impfdecke kann zur Ausrottung der Blauzungenkrankheit führen.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Dr. Wilfried Adams
Eine ausreichende Impfdecke kann zur Ausrottung der Blauzungenkrankheit führen.

Insbesondere der Handel von Tieren wird durch die Blauzungenkrankheit eingeschränkt. Baden-Württemberg ist bisher von der Seuche am stärksten betroffen.

In Deutschland hat es nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) im Januar bereits 36 Ausbrüche der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) gegeben. Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) legt Tierhaltern daher nahe, zu impfen. Der Verband folgt damit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Die Immunisierung bei Wiederkäuern soll sowohl BTV-8 als auch BTV-4 umfassen. Und auch Betriebe in bisher nicht betroffenen Gebieten sollten handeln. Denn nur Tiere mit dokumentiertem Impfschutz könnten ohne weitere Auflagen innerstaatlich und in Ländern der Europäischen Union gehandelt werden, so der BRS.

80 Prozent müssen geimpft sein

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin weist auf die Notwendigkeit einer Impfung von Rindern und kleinen Wiederkäuern gegen das Blauzungenvirus beider Serotypen hin. Der Kommission zufolge bedarf es einer Impfabdeckung von 80 Prozent der Population, um eine Ausbreitung zu verhindern. In den Infektionsgebieten in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland werde aufgrund der Freiwilligkeit nicht flächendeckend geimpft, moniert die Kommission. So liege der Anteil geschützter Rinder in Baden-Württemberg aufgrund der öffentlichen Impfunterstützung mit 25 Prozent bundesweit sogar noch am höchsten, in den anderen Bundesländern deutlich darunter. 

Unterstützung bei den Kosten gefordert

Mit Abstand am stärksten betroffen von der Blauzungenkrankheit ist Baden-Württemberg. Der dortige Landwirtschaftsminister Peter Hauk hatte daher eine Impfkampagne gestartet. Das Land und die Tierseuchenkasse Baden-Württemberg unterstützen die medizinischen Maßnahmen finanziell. 
Mehr Unterstützung von der Landesregierung hat auch der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) gefordert, meldet fleischwirtschaft.de. Durch die Ausbreitung der BTV-8 sei ganz Rheinland-Pfalz mittlerweile Sperrzone, und die fehlenden Exportmöglichkeiten träfen die Betriebe gleich zweifach: Einerseits würden die Preise durch fehlende Vermarktungsmöglichkeiten sinken und andererseits gebe es bereits Platzprobleme in einzelnen Betrieben.

BWV-Präsident Michael Horper appellierte deshalb in einem Schreiben an Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing und Umweltministerin Ulrike Höfken, sich auf Bundesebene umgehend für ein Handelsabkommen mit anderen EU-Staaten und hier insbesondere mit Belgien, Niederlande, Luxemburg und Italien, einzusetzen. Des Weiteren forderte Horper die Minister auf, eine gemeinsame Bekämpfungs- und Marktstrategie auf nationaler und EU-Ebene voranzutreiben. Der Landesbauernpräsident hält eine Beteiligung des Landes an den Kosten für notwendig. 

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