Situationsbericht 2017/18

Solides Geschäftsjahr


Die Bilanz der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ist im Geschäftsjahr 2017/18 ordentlich ausgefallen, erläutert DBV-Präsident Joachim Rukwied. Für 2018/19 sind die Perspektiven weniger rosig.
Foto: A. Neu / DBV
Die Bilanz der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ist im Geschäftsjahr 2017/18 ordentlich ausgefallen, erläutert DBV-Präsident Joachim Rukwied. Für 2018/19 sind die Perspektiven weniger rosig.

Die Bilanz 2017/18 der Landwirte hat sich gegenüber dem Vorjahr wieder erholt. Für das laufende Jahr sieht es aber nicht so gut aus.

Gestern hat der Deutsche Bauernverband (DBV) den Situationsbericht für das Wirtschaftsjahr 2017/18 vorgelegt. Nach Berechnungen des DBV haben sich die Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im Vergleich zum schwachen Vorjahr um 20 Prozent auf 65.200 € je Betrieb erhöht.

Für das laufende Jahr 2018/19 erwartet DBV-Präsident Joachim Rukwied allerdings wieder rückläufige Ergebnisse. Neben dürrebedingten Ausfällen sehen sich alle Betriebe mit steigenden Kosten konfrontiert, etwa für Betriebsmittel, Arbeit und Dienstleistungen. Die knappe Futterversorgung belastet besonders die Milchviehhalter. Angesichts dessen schwächelt die Bereitschaft für Neuinvestitionen, konstatierte Rukwied bei der Präsentation in Berlin. So hätten die Bruttoinvestitionen mit 51.300 € je Betrieb nur um 3 Prozent über dem Vorjahr gelegen, die Nettoinvestitionen lagen nach Berücksichtigung der Abschreibung nur bei 6.900 €.

Zahl der Höfe unter 270.000

Etwas verlangsamt hat sich der Strukturwandel. Von 2010 bis 2016 habe sich die Zahl der Betriebe mit einer Fläche von mehr als 5 Hektar um 8 Prozent auf 269.800 verringert. Unter den viehhaltenden Betrieben betrage der Rückgang sogar 14 Prozent und setze sich rasch fort.

„Die Landwirtschaft benötigt dringend neue Verfahren für das Risikomanagement“, so Rukwied. Dazu zähle die Kontrolle zunehmender markt- und witterungsbedingter Schwankungen bei Erträgen und Marktpreisen. Die Forderung werde unterstrichen durch die Bilanz der dürrebedingten Schäden. Nach Abzug der bewilligten Dürrehilfen in Höhe von rund 340 Mio. € sei die Landwirtschaft mit einem Schaden von 2,3 bis 2,6 Mrd. € belastet. Der DBV fordert daher die steuerfreie Risikoausgleichsrücklage. Während dies aus Teilen der Bundesländer unterstützt wird, stößt die Forderung im Bund auf Ablehnung. Für Risikoversicherungen sieht Rukwied daher mit Ausnahme der Sonderkulturen derzeit noch keine wirtschaftlich darstellbare Grundlage

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