Sortenversuche

Gentechnisch verunreinigter Raps auch in Meck-Pom


Das Schweriner Landwirtschaftsministerium bestätigt die versehentliche Aussaat von gentechnisch verunreinigtem Raps. Im Gegensatz zu zehn anderen Bundesländern hatte das Minister Backhaus nicht gemeldet.

Auch auf Flächen des Landkreises Rostock ist im Herbst 2018 versehentlich verunreinigter Raps ausgesät worden. Laut Landwirtschaftsministerium ist eine Fläche von 1.800 Quadratmetern an zwei Standorten im Landkreis Rostock betroffen. Die zuständigen Behörden hätten unmittelbar nach Bekanntwerden alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um das betroffene Saatgut zu vernichten und eine Auskreuzung und Vermischung zu verhindern, heißt es dazu am gestrigen Dienstag aus Schwerin. „Ich bedauere zutiefst, dass das verunreinigte Saatgut seinen Weg nach Mecklenburg-Vorpommern gefunden hat", erklärt Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Umso wichtiger sei es, dass solche Fälle, die bedauerlicherweise immer wieder vorkommen können, rasch aufgedeckt und wieder in Ordnung gebracht werden. 

Die Ostseezeitung hatte am Wochenende von dem missglückten Sortenversuch der Euralis-Saaten berichtet. Das Schweriner Ministerium hätte aber – anders als andere Bundesländer – nicht darüber informiert, so der Vorwurf. Tatsächlich taucht Mecklenburg-Vorpommern in der Bilanz des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) von Anfang April nicht auf. Verunreinigt waren laut BVL 598 Saatguteinheiten, die in zehn Bundesländern ausgesät worden sind. Es handele sich um Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.



Backhaus erklärte, den Fall nicht verschwiegen zu haben: „Wir haben uns darauf konzentriert, das eigentliche Problem zu bekämpfen, nämlich das betroffene Saatgut von den Flächen zu kriegen und das weitere Vorgehen abzustimmen.“ Das betroffene Unternehmen habe nach Aufforderung durch das für die Gentechnik-Überwachung zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) den ausgewachsenen Raps umgehend beseitigt. 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats