Die Unfälle mit Gülle und ähnlichen Stoffen sind leicht rückläufig, aber die Menge an freigesetzten Stoffen ist drastisch angestiegen. Das zeigen neueste Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

In Deutschland ist im vergangenen Kalenderjahr eine erheblich größere Menge an Jauche, Gülle, Silagesickersaft, Gärsubstrat sowie vergleichbaren in der Landwirtschaft anfallenden Stoffe (JGS) bei Unfällen freigesetzt worden als 2016. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte, wurden 2017 insgesamt 128 Unfälle mit JGS gemeldet und damit zwei weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig erhöhte sich jedoch die Menge an JGS, die unkontrolliert in die Umwelt austrat, um 2,4 Mio. l oder 45,8 Prozent auf 7,7 Mio. l.

Destatis zufolge geht der deutliche Anstieg im vergangenen Jahr auf wenige Einzelunfälle zurück, bei denen große JGS-Mengen freigesetzt wurden. Von dem in die Umwelt gelangten Volumen an Jauche und Gülle sowie anderen vergleichbaren Stoffen aus der Landwirtschaft konnten 2017 den Wiesbadener Statistikern zufolge insgesamt 3,68 Mio. l und damit 47,7 Prozent nicht zurückgewonnen werden.

Mit 5,5 Mio. l gelangte mehr als die Hälfte der 2017 insgesamt freigesetzten Menge an wassergefährdenden Stoffen, die sich auf 10,2 Mio. l belief, allein bei 32 Unfällen in Biogasanlagen in die Umwelt. Dabei entfielen nach Angaben von Destatis knapp 4,0 Mio. l auf JGS, die nach der seit August 2017 geltenden Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwsV) als „allgemein wassergefährdend“ eingestuft werden. Dies bedeute, dass sie bei entsprechend großen freigesetzten Mengen oder besonderen örtlichen Verhältnissen zu einer Gefahr für Gewässer und Boden werden könnten.

In JGS-Anlagen ereigneten sich gemäß der amtlichen Statistik 2017 insgesamt 85 Unfälle, einer weniger als im Jahr zuvor. Dabei erhöhte sich die freigesetzte Menge allerdings deutlich, und zwar um 1,7 Mio l oder 87,7 Prozent auf 3,6 Mio. l. Als Hauptursache für alle Unfälle nennt Destatis menschliches Versagen. 

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