Strafzoll

Sojaschiff kreuzt vor Chinas Küste


Der mit Sojabohnen aus den USA beladene Frachter Peak Pegasus wird zum Symbol für den Handelsstreit zwischen den USA und China. Seit Wochen zieht das Schiff vor der chinesischen Küste ziellos seine Kreise.

Der Besatzung der Peak Pegasus droht noch nicht das Schicksal des Fliegenden Holländers, doch schon heute macht das Schiff, dass seit Wochen im Gelben Meer wartet, international Schlagzeilen. Der über 230 Meter lange Massengutfrachter hat 70.000 t Sojabohnen im Wert von rund 20 Mio. US-$ aus den USA geladen und hatte es nichtgeschafft, vor dem 6. Juli einen chinesischen Hafen anzulaufen. An diesem Tag führte die Volksrepublik einen 25-prozentigen Einfuhrzoll für Sojabohnen aus den USA ein.

Tägliche Kosten von 12.500 US-$

Die in Honkong erscheinende South China Morning Post berichtet ausführlich über das Schicksal des Schiffes, das der JP Morgan Asset Management gehört. Eigentümer der Ladung soll demnach das internationale Handelshaus Louis Dreyfus sein, das für jeden Tag der Irrfahrt eine Chartergebühr von 12.500 US-$ bezahlen müsse. Bisher seien so Kosten von 400.000 t entstanden. Bei einer Einfuhr nach China würde dagegen ein Zoll von 5 Mio. US-$ fällig.


Von der Zeitung befragte Rohstoffexperten meinen, dass es sich lohnen könnte die Ware noch monatelang auf hoher See zu lassen. Potentielle neue Käufer würden wahrscheinlich einen hohen Rabatt verlangen, wenn sie die Sojabohnen abnehmen. Zusätzliche Kosten würde die Weiterfahrt zu einem anderen Hafen verursachen. Die Hoffnung bei Louis Dreyfus richten sich darauf, dass China demnächst wieder auf die Einfuhr von Sojabohnen aus den USA angewiesen sein könnte.

Hoffnung auf Erstattung der Importzölle

In der Volksrepublik gibt es Überlegungen, dass die Regierung in Peking den chinesischen Käufern von US-Sojabohnen, den Einfuhrzoll erstattet. So würde eine zusätzliche Belastung der einheimischen Ölmühlen und Futterproduzenten vermieden. Eine solche Regelung würde eine neue Absatzchance für die Ladung in der Volksrepublik ermöglichen. Louis Dreyfus und JP Morgan lehnten eine Stellungnahme zu dem Thema ab. Neben der Reak Pegasus wartet mit der Star Jennifer seit zwei Wochen ein weiteres mit Sojabohnen beladenes Schiff vor der chinesischen Küste darauf, dass sich die Absatzchancen für Sojabohnen aus den USA in China verbessern.

Was auch immer geschieht, eine Schicksal wie dem Fliegenden Holländer droht der Besatzung nicht. Nach der Sage aus dem 18. Jahrhundert war der Kapitän eines Schiffes dazu verdammt, bis zum Jüngsten Gericht auf den Weltmeeren herumzuirren, ohne eine Hafen anlaufen zu können.

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