Strube-Verkauf

140 Jahre Familientradition gehen zu Ende

Die Marke Strube wird es zwar weiter geben, doch die Familie, die das Unternehmen 1877 gegründet hatte, ist raus. Die neuen Eigentümer sind nun auch Gesellschafter der Saaten-Union.

Bauern können auch in Zukunft Rüben-, Weizen- und Sonnenblumesaatgut der Marke Strube kaufen. Seit April gehört das Unternehmen aber der französischen Saatgutfirma Deleplanque und der deutschen SUET GmbH. Wie das neue Unternehmen heißen wird, ist noch nicht bekannt. Aber wahrscheinlich bleibt der Name Strube in irgendeiner Form erhalten. In der Branche hat die Nachricht, dass es für ein Traditionsunternehmen wie Strube angesichts existenzbedrohender Forderungen -  Insidern zufolge nahe in Höhe des Umsatzes - keinen anderen Ausweg als den Verkauf gab, viel Aufsehen erregt. Die Reaktionen reichen von großem Bedauern der Familie gegenüber bis hin zu Hochachtung, dass das Unternehmen wieder in sachkundigen Händen ist.

Die Geschäfte würden wie bisher weitergeführt, erklärte eine Unternehmenssprecherin der Strube-Gruppe gegenüber der agrarzeitung (az). Durch den Verkauf sei der Fortbestand der gesamten Strube-Gruppe, die 2017 einen Umsatz von 113 Mio. € erzielte, mit rund 400 Mitarbeitern gesichert. Es seien keine Einschnitte durch die neuen Eigentümer geplant. Auch die Standorte Söllingen und Schlanstedt bleiben.  Für Eric Verjux, Vorstandsvorsitzender von Deleplanque, bedeutet der Kauf einen großen Schritt nach vorne. „Damit liegt die gesamte Wertschöpfungskette in einer Hand und wir werden die Forschung intensivieren.“ Klar ist für Verjux auch, dass Deleplanque die Züchtungsforschung intensivieren will. Auch für den Geschäftsführer von SUET bedeutet der engere Zusammenschluss, die Möglichkeit neue Märkte zu erschließen.

Mit der Übernahme werden die neuen Eigentümer auch Gesellschafter der Saaten-Union, für die Deleplanque kein Unbekannter ist. Schon seit 25 Jahren gebe es enge Verbindungen bei der Hybrid-Roggenproduktion, erklärt Geschäftsführer Marcus Iken. Damit habe die Saaten-Union nun einen europäischen Partner. Die jetzt getroffene „pragmatische Entscheidung“ sei gut sowohl für die Strube-Gruppe als auch für die Rübenbranche, so Iken.

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