Strukturdaten

Gesamte Öko-Branche wächst


Die Bio-Branche wächst
Foto: Marc Doradzillo
Die Bio-Branche wächst

Die Zahl der Bio-Höfe legt deutlich zu. Auch die weiterverarbeitende Industrie setzt vermehrt auf Öko-Ware. Bis zur Erreichung von Klöckners 20-Prozent-Ziel ist es allerdings ein weiter Weg.

Fast 25.500 landwirtschaftliche Betriebe wirtschafteten im Jahr 2017 in Deutschland nach Öko-Richtlinien. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von knapp 9 Prozent. Der Zuwachs über fünf Jahre beträgt sogar rund 23 Prozent, ist den neuesten Strukturdaten der BLE zu entnehmen. Die ökologisch bewirtschaftete Landfläche beträgt nun knapp 1,4 Mio. Hektar. Insgesamt befinden sich rund 16.7 Mio. Hektar in landwirtschaftlicher Nutzung.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner begrüßt diesen Aufwärtstrend. Sie stellt dabei heraus, wie wichtig es ihr ist, dass "der Ökolandbau und die konventionelle Landwirtschaft nicht gegeneinander ausgespielt werden". Gleichzeitig wiederholt sie das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel, bis zum Jahr 2030 eine Ökolandbau-Quote von 20 Prozent erreicht haben zu wollen. Die Gelder zur Förderung der Ökolandbaus wurden noch einmal kräftig erhöht. Dennoch ist der Weg weit. Die Förderung müsste nach aktuellen Zahlen noch weitere rund 57.000 Betriebe zum Umstellen bewegen, um das ambitionierte 20-Prozent-Ziel zu erreichen.

Bio-Landwirte verdienen mehr

Die anhaltende Umstellungselle ist nachvollziehbar. Denn die Biolandwirtschaft ist lukrativ. Das Unternehmensergebnis aller landwirtschaftlichen Betriebe beträgt laut Situationsbericht des Deutschan Bauernverbandes im Jahr 2016/17 im Schnitt rund 56.800 €. Die Bio-Betriebe erreichten hingegen im Schnitt 79.700 €. Das sind fast 23.000 € mehr.

Auch bei den Unternehmen, die Öko-Ware verarbeiten, hat es einen zahlenmäßigen Anstieg gegeben. Der fällt allerdings nicht so hoch aus, wie bei den landwirtschaftlichen Betrieben. So ist die Zahl der Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent auf 9750 angestiegen. Über fünf Jahre hat es einen Zuwachs von rund 15 Prozent gegeben. Auch die Zahlen der Importeure, Aufbereiter von Futtermitteln und der reinen Handelsunternehmen von Bio-Ware steigt.
Für Bioland-Präsident Jan Plagge sind die heute veröffentlichten Zahlen der Beweis, dass "Biolandbau längst keine Nischenlösung mehr ist". Er fordert deutlich mehr Finanzmittel, unter anderem auch für die Wissenschaft. Dort seien - seiner Logik folgend - auch 20 Prozent der Mittel für die Forschung rund um den Biolandbau zu resevieren.

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