Tierhaltung

Stroh lässt Schweine glücklich aussehen


Ein Schwein mit erhobenem Kopf und aufgestellten Ohren wurde als "glückliches" Tier in unterschiedliche Ställe retuschiert.
Bild: Universität Göttingen
Ein Schwein mit erhobenem Kopf und aufgestellten Ohren wurde als "glückliches" Tier in unterschiedliche Ställe retuschiert.

Wie nimmt der agrarisch ungebildete Verbraucher die Haltung von Tieren in Ställen wahr? Eine Studie hat sich mit der Frage beschäftigt.

Wissenschaftler von den Universitäten Göttingen und Bozen untersuchten in einer Studie, wie der Verbraucher Tierfotos wahrnimmt. In einer Online-Befragung zeigten sie 1.019 Deutschen Fotos von einem glücklich und einem unglücklich scheinenden Schwein, das jeweils in einen Stall mit Stroheinstreu oder mit Spaltenboden retuschiert war. Bei der Auswertung der Studie wurde klar, dass der Zustand des Stalls die größte Wirkung auf die Wahrnehmung der Verbraucher hat.

Das Schwein in einem Stall mit Stroheinstreu wird positiver wahrgenommen als ein Schwein auf dem üblichen Spaltenboden. „Der Strohstall wird im Vergleich als deutlich natürlicher und tiergerechter bewertet. Daran ändert auch der fröhliche oder traurige Ausdruck des Schweins nichts“, sagte der leitende Autor Prof. Dr. Achim Spiller vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen. Der Spaltenboden wird dagegen immer als sehr problematisch wahrgenommen. Ein positiv wahrgenommener Stall wird auch dann nicht schlechter bewertet, wenn ein „trauriges“ Schwein mit gesenktem Kopf und hängenden Ohren darin steht. Die Ergebnisse sollen helfen zu verstehen, wie die Öffentlichkeit Tierhaltungssyteme bewertet.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht und ist dort in englischer Sprache einsehbar. Die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft förderte die Studie im Rahmen des Projektes „Social Lab – Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft“.

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