Tierschutz-Verstoß

Schlachthofbetrieb liegt vorerst auf Eis

Videos aus einem Schlachthof in Tauberbischofsheim dokumentieren Verstöße gegen den Tierschutz. Fleisch-Abnehmer McDonald's und der Verein Soko Tierschutz haben Strafanzeige gestellt. Die Behörden haben den Betrieb vorerst geschlossen.

Die Fastfoodkette McDonald's und Tierrechtsaktivisten haben nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Verantwortliche eines Schlachthofs in Baden-Württemberg gestellt, berichtet die Lebensmittelzeitung auf ihrer Internetseite lz.net. Es gehe um den Verdacht des Verstoßes gegen den Tierschutz.

Der Schlachthof in Tauberbischofsheim sei am Mittwoch von den Behörden geschlossen worden. Vom Veterinäramt gesichtete Überwachungsvideos hätten Anlass zum sofortigen Handeln gegeben, so ein Sprecher des Landratsamts. Zuvor hatte stern.de über den Fall berichtet.

Der Schlachthof gehört zur Firma OSI mit Europa-Sitz in Gersthofen bei Augsburg, einem Lieferanten von McDonald's. Täglich wurden dort laut Landratsamt rund 200 Rinder geschlachtet. McDonald's bezog nach eigenen Angaben rund 30 Prozent des Fleisches. OSI kündigte eine Untersuchung und ein erneutes Training bezüglich der firmeneigenen Tierwohlstandards an: "Auch wenn wir das Videomaterial nicht gesehen haben, finden wir die Anschuldigungen beunruhigend und haben die Produktion im Schlachthof (...) vorübergehend gestoppt."

Bereits 2015 Mängel angemahnt

Anlass für die Schließung waren vom Verein Soko Tierschutz mit versteckten Kameras gedrehte Bilder. Darauf ist unter anderem zu sehen, dass sich Rinder beim Einstich in den Hals und beim Ausbluten bewegen – ein  Hinweis darauf, dass sie nicht richtig betäubt worden sein könnten. Auch ein McDonald's-Sprecher sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa): "Die uns vorgelegten Aufnahmen aus dem Schlachthof beinhalten auch aus unserer Sicht gravierende Verfehlungen in dem Schlachtbetrieb. Dies ist für uns nicht akzeptabel."

Der Schlachthof, in dem schon 2015 Mängel angemahnt worden waren, soll dem Bericht nach weiter geschlossen bleiben, bis die Einhaltung des Tierschutzes sichergestellt ist.

stats