Die Afrikanische Schweinepest bestimmt weiterhin die Nachrichten in den Seuchengebieten. Die USA setzen auf Prävention, Frankreich und Luxemburg auf Zäune. Währenddessen meldet Polen resistentes Schwarzwild.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) grassiert in Polen unvermindert weiter. Die Oberste Veterinärbehörde verzeichnete allein in der ersten vollen Märzwoche fast hundert neue Seuchenfälle bei Wildschweinen. Die meisten Funde wurden wie schon in den Wochen zuvor in der Region Masowien nahe Warschau registriert, meldet Agra Europe (AgE). Seit Jahresbeginn sind in Polen insgesamt gut 600 ASP-Fälle beim Schwarzwild nachgewiesen worden, was in etwa dem Vorjahresniveau entspricht. Ausbrüche in Hausschweinebeständen blieben hingegen aus. 

Resitente Wildschweine bereiten Sorge

Nach Darstellung der Veterinärbehörde besteht in dieser Hinsicht dennoch kein Anlass zur Entwarnung, da jederzeit ein Übergreifen des Virus aus dem vorhandenen „Seuchenpool“ beim Schwarzwild möglich sei. Sorge bereiten den amtlichen Veterinären nach wie vor die immer wieder auftretenden Funde von infizierten Wildschweinen mit einer teilweisen Resistenz gegen die Afrikanische Schweinepest.

Perdue stoppt 50 Container 

Die USA haben derweil ihre Maßnahmen gegen eine ASP-Einschleppung verschärft. Das umfasst Aufklärungskampagnen und schärfere Grenzkontrollen, meldet AgE. Mitte März wurde mit Hilfe ausgebildeter Spürhunde eine Schmuggellieferung von 450 t an Schweinefleischprodukten aus China im Hafen von Newark beschlagnahmt, die dort in rund 50 Containern gelagert waren. US-Landwirtschaftsminister Sonny Perdue betonte, dass es enorm wichtig sei, die Tierseuche nicht ins Land zu lassen. Neben verschärften Kontrollen an See- und Flughäfen sowie Einfuhrbeschränkungen für Schweinefleisch aus Infektionsgebieten würden auch die Tierhalter für die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen und Reisende über die Gefahr von mitgebrachten Fleischprodukten sensibilisiert. 

In Europa gibt es weitere Zäune

In Frankreich ist die Furcht vor einer Einschleppung der ASP ebenfalls weiter groß. Wie das Landwirtschaftsministerium in Paris mitteilte, soll der Schutzzaun an der Grenze zu Belgien Ende März fertiggestellt sein. Von den insgesamt 112 km seien bereits 73 km errichtet; die Gesamtkosten dafür beliefen sich auf 5,3 Mio Euro. Zudem sollen in der sogenannten „weißen Zone“ von rund 80 Quadratkilometern in den Departements Maas und Meuse alle Wildschweine erlegt werden. Bisher wurden 230 Schwarzkittel von dem auf bis zu 570 Tiere geschätzten Bestand geschossen. Auf einen Zaun als Schutz vor einer ASP-Einschleppung will nun auch Luxemburg setzen, nachdem Ende Februar nur wenige Kilometer vom eigenen Staatsgebiet entfernt in Belgien ein infizierter Wildschweinekadaver gefunden wurde. Der Zaun soll nach Regierungsangaben Ende März zwischen den Städten Grass und Küntzig gebaut werden und etwa 8 km lang sein. In Belgien selbst musste die Infektionszone und die Pufferzone vergangene Woche weiter nach Norden ausgedehnt werden, nachdem ein ASP-infiziertes Wildschwein außerhalb des Infektionsgebietes gefunden wurde.

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