Tierwohl

Dr. Oetker will höhere Standards für Hähnchenfleisch


Dr. Oetker setzt auf höhere Standards bei allen Produkten, die Hähnchenfleisch enthalten.
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Dr. Oetker setzt auf höhere Standards bei allen Produkten, die Hähnchenfleisch enthalten.

Der Nahrungsmittelhersteller Dr. Oetker will die Standards für das für seine Produkte verwendete Hähnchenfleisch erhöhen und langfristig die strengen Kriterien der Europäischen Masthuhn Initiative noch übertreffen.

Bis zum Jahr 2026 will der Lebensmittelhersteller Dr. Oetker seine gesamte Produktpalette, für die Hähnchenfleisch benötigt wird, auf Produkte umstellen, die mindestens den Kriterien der Europäischen Masthuhn Initiative entspricht – die wiederum über die Standards der Initiative Tierwohl hinausgehen. Darüber berichtet die Lebensmittelzeitung. Als einer der Marktführer im Segment der Tiefkühlpizzen, von denen die Bielefelder eigenen Angaben zufolge täglich bis zu zwei Millionen Stück produzieren, wird demnach pro Jahr das Fleisch von rund zwei Millionen Masthühnern verwendet.

"Wir freuen uns über diesen wichtigen Schritt", sagt Mahi Klosterhalfen, Geschäftsführer der Albert Schweitzer Stiftung, auf deren Austausch mit Oetker die Erklärung des Unternehmens zurückgeht, der "Lebensmittel Zeitung". "Das führt zu weiterer Bewegung in der Branche und wird dazu beitragen, dass andere Unternehmen dem Beispiel von Dr. Oetker folgen werden."

Als Ziel peilt Oetker der LZ zufolge an, dem Thema Tierwohl in allen Bereichen der Prozesskette eine stärkere Gewichtung zu geben. Dazu hatte das Unternehmen bereits 2016 in den Niederlanden den Beter-Leven-Standard als Leitlinie festgelegt, die vor allem hinsichtlich der Besatzdichte, dem Auslauf sowie der Aufzuchtdauer noch über die Forderungen der Europäischen Masthuhn-Initiative hinausgeht.

Hintergrund

Die Kriterien der Masthuhn-Forderung greifen die wichtigsten Problembereiche wie Überzüchtung (»Turbo-Wachstum«), Mangel an Platz und Beschäftigungsmaterial sowie Fehlbetäubungen bei der Schlachtung auf. Das soll das Leid für die Masthühner wesentlich mindern; zudem ist ein deutlich geringerer Antibiotikaeinsatz möglich. Eine artgerechte Haltung müsste zwar noch weit mehr erfüllen, die Forderung ist jedoch ein für alle Unternehmen gangbarer erster Schritt mit zumutbaren Mehrkosten, der in der Regel keine Stallumbauten notwendig macht.

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