Tönnies / Bell

Beirat stimmt dem Kauf zu


Besiegelten 2017 den Familienfrieden: Robert (links) und sein Onkel Clemens Tönnies mit Sohn Maximilian. Ende Juli 2019 flammte die Fehde zwischen ihnen wieder auf.
Bild: Tönnies
Besiegelten 2017 den Familienfrieden: Robert (links) und sein Onkel Clemens Tönnies mit Sohn Maximilian. Ende Juli 2019 flammte die Fehde zwischen ihnen wieder auf.

Die Unternehmensgruppe Tönnies kann wie geplant die Bell-Standorte Suhl in Thüringen sowie Börger im Emsland mit zusammen rund 400 Mitarbeitern übernehmen.

Es bleibt bei der Entscheidung zur Übernahme der deutschen Wurstsparte des eidgenössischen Fleischverarbeiters Bell. Die Werke können in den Zuständigkeitsbereich der Zur-Mühlen-Gruppe innerhalb des Tönnies-Konzerns wechseln. Der im Juni von der Geschäftsführung in Rheda-Wiedenbrück einstimmig gefasste Beschluss, wurde am Donnerstag durch den Beirat im Tönnies-Konzern bestätigt.

Um den Erwerb der Wurst-Produktion ist innerhalb der Familie Tönnies ein heftiger Streit entbrannt. Robert Tönnies, der Sohn des verstorbenen Firmengründers Bernd Tönnies, lehnt den Deal ab und veranlasste zunächst eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Bielefeld gegen die Akquisition. Außerdem monierte er, dass der Beirat nicht angerufen wurde. Aus Konzernkreisen wiederum verlautete, dass das Gremium nicht zuständig sei. Daneben wurde in der vergangenen Woche bekannt, dass der 41-jährige Neffe von Konzernchef Clemens Tönnies ein Schiedsgericht anrief. Hintergrund sei eine Klausel im Einigungsvertrag der Familien Tönnies, die im Fall neuer Unstimmigkeiten zwischen beiden Gesellschaftern den Verkauf des Konzerns vorsieht.

Unabhängig von der jüngsten Wendung hin zu einer möglichen Zerschlagung von Deutschlands größtem Schlachtgiganten tagte heute der Beirat. Das siebenköpfige Gremium stellte mehrheitlich fest, dass für den Erwerb der beiden Standorte keine Zustimmungspflicht durch den Beirat besteht. Außerdem wird der Kauf der beiden Standorte Börger und Suhl als sehr positiv bewertet und zustimmend zur Kenntnis genommen.

Die weitere Entwicklung im Familienstreit wird spannend bleiben. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte Robert Tönnies, dass er genauso wie sein Onkel daran interessiert sei, das Unternehmen nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. „Ob ich zum Zuge komme, soll durch den Trennungsmechanismus in fairer Art und Weise ermittelt werden.“ Bereits am Montag dieser Woche ließ Clemens Tönnies über seinen Sprecher mitteilen: „Wie auch immer mein Neffe agiert und was er über Jahre hinweg schon im Sinn gehabt hat. Mein Sohn Maximilian und ich werden das Unternehmen nicht verkaufen. Wir sind hervorragend aufgestellt und sehr erfolgreich.“

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