Tönnies

Klage gegen Werkserweiterung


Eine Einzelperson beantragt bei der Erweiterung des Fleischwerks des Fleischfabrikanten Akteneinsicht. Tönnies gibt sich trotz der drohenden Verzögerung gelassen.

 
Gegen die geplante Kapazitätssteigerung beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat eine Einzelperson Klage beim Verwaltungsgericht Minden eingereicht. Das bestätigte Gerichtssprecherin Vivienne Bock auf Anfrage. Die Klage beziehe sich auf den von der Kreisverwaltung Gütersloh ausgestellten Genehmigungsbescheid, der es Tönnies erlaubt, die Kapazität von täglich 3.000 auf 3.500 t. Schweinefleisch zu erhöhen. Die Klage hat laut Bock den Effekt, dass die gesetzlich vorgeschriebene Einspruchsfrist für Genehmigungsverfahren gewahrt wird. Die inhaltliche Begründung stehe noch aus.

Der vom Landwirtschaftsverband Westfalen-Lippe juristisch vertretene Kläger habe Akteneinsicht beantragt.  Übliche  Verfahrensschritte sind nun bis zu zwei Wochen für die Akteneinsicht und danach bis zu sechs Wochen für die inhaltliche Begründung. Fristverlängerungen sind möglich.

Tönnies stört die Verzögerung nicht

Dr. André Vielstädte, Unternehmenssprecher bei Tönnies, gibt sich auf Anfrage gelassen. Das zweieinhalbjährige Genehmigungsverfahren beim Kreis sei von Tönnies mit Gutachtern sehr sorgfältig vorbereitet und begleitet worden. Er rechne nicht damit, dass ein Verfahren am Verwaltungsgericht an der Erlaubnis etwas ändere. „Wir prüfen die Genehmigung daher auf Sofortvollzug“, so Vielstädte. Selbst wenn ein sofortiger Baubeginn nicht  möglich sein sollte, könne Tönnies die Zeit des Verfahrens gut aushalten. „Wir haben noch keine Bautrupps bestellt, die nun auf Arbeit warten würden“, sagt Vielstädte. Die Ausbau-Pläne hatten in den vergangenen Jahren lautstarke Kritik von Umweltschutzverbänden und der Linken provoziert.

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