Trendschau

Lebensmittel-Rettung voll angesagt


Der nachhaltig orientierte Verbraucher will noch genießbare Lebensmittel vor der Tonne retten.
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Der nachhaltig orientierte Verbraucher will noch genießbare Lebensmittel vor der Tonne retten.

Mit Apps und Aufdrucken wollen nachhaltig orientierte Verbraucher, Ministerien oder Discounter verhindern, dass genießbare Lebensmittel im Mülleimer landen. Ein Trend, der wächst.

Rund 1 Million Menschen in Deutschland retten inzwischen regelmäßig über die App „Too good to Go“ (auf Deutsch: „Zu gut zum Wegwerfen“) Lebensmittel und Speisen vor der Mülltonne. Auf der Anbieterseite stehen mittlerweile mehr als 2.400 Restaurants, Bäckereien, Cafés, Hotels und Supermärkte, die in Deutschland über „Too Good To Go“ Lebensmittel, die ansonsten weggeworfen würden, zum vergünstigten Preis anbieten. Das geht jetzt aus einem Bericht auf dem Portal „Food Service“ hervor, das wie die „agrarzeitung“ zur dfv Mediengruppe in Frankfurt gehört.

Trendschau
In der neuen Rubrik "Trendschau" beleuchtet die Redaktion von agrarzeitung.de, welche Themen gerade die gesamte Wertschöpfungskette Lebensmittel bewegen - von der Landwirtschaft über die Verarbeiter bis hin zur Ladentheke und zur Gastronomie.
Die App „Too good to go“, gegründet von nachhaltig orientierten Verbrauchern, setzt sich unter anderem in Deutschland, Dänemark und Frankreich zum Ziel, die Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen. Sie erfährt somit wachsenden Zuspruch. Sie zeigt ihren Nutzern, welches Geschäft oder Restaurant in ihrem Umfeld noch Lebensmittel oder Speisen übrig hat und wann diese abgeholt werden können. Für wenige Euro können sie zu Beispiel Sushi, Backwaren, Burger oder Obst und Gemüse erwerben, die ansonsten nach Ladenschluss im Abfall landen würden. In den vier deutschen Großstädten Berlin, Hamburg, München und Frankfurt werden nach Angaben von „Food Service“ bisher die meisten Mahlzeiten vor dem Wegwerfen bewahrt.

Bundesagrarministerium kämpft mit Rezepte-App gegen Verschwendung

Ähnliche Zielsetzungen wie „Too good to go“ verfolgen unter anderem die Apps „Res Q Club“ (zu Deutsch etwa „Club der Retter“), deren Macher zusätzlich zur Rettung von Lebensmitteln vor der Tonne auch kleine, lokale Gastronomie stärken wollen, oder die Rezepte-App für Lebensmittelreste „Zu gut für die Tonne“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Am Donnerstag direkt nach den Weihnachtsfeiertagen hat außerdem der Discounter „Aldi Süd“ noch einmal Werbung für sein Testprojekt  rund um den Hinweis „Riech mich! Probier mich! Ich bin häufig länger gut!“ auf den Verpackungen verschiedener Molkereiprodukte gemacht. Dieser Hinweis soll nach Angaben des Discounters nun auf den Verpackungen von Milchprodukten im gesamten Vertriebsgebiet stehen. Ziel sei, Kunden dazu anzuregen, die Genusstauglichkeit ihrer Milchprodukte selbst zu überprüfen – auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Seit Anfang 2018 testet Aldi Süd den zusätzlichen Aufdruck  bereits auf Milchverpackungen in rund 400 Filialen in Süddeutschland.

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