Trockenheit

Maisernte startet früher


Dieser Mais zeigt Schäden von der Trockenheit.
Foto: da
Dieser Mais zeigt Schäden von der Trockenheit.

Ein vorgezogene Ernte zeichnet sich auch beim Mais ab. Angesichts der extremen Hitze und des massiven Wassermangels könnten die Häcksler an einigen Standorten bereits in den kommenden Tagen anrollen.

Noch besteht bei den Experten in den Bundesländern aber die Hoffnung auf Niederschläge und die damit verbundene Fähigkeit der Pflanzen, sich schnell zu erholen, berichtet das Deutsche Maiskomitee (DMK).
Im südlichen Oberbayern oder Schwaben werde mit sehr guten Erträgen gerechnet. Am Niederrhein oder im Münsterland hingegen sei die Lage katastrophal, unter anderem zeichnet sich dort ein extrem früher Erntebeginn ab. „Wir haben die Hoffnung auf Regen, dann kann einiges noch ergrünen. Aber wir werden sicherlich zigtausende Hektar kolbenlosen Mais haben“, erklärt Norbert Erhard von der Landwirtschaftskammer NRW.

Der Mais befindet sich derzeit in einer ganz entscheidenden Entwicklungsphase. Die Blüte ist da, nun müssen sich die Kolben ausbilden. Dort, wo Wasser fehlt und Nährstoffe nicht oder nur bedingt in die Pflanze transportiert werden, ist es fraglich, ob sich die Kolben entsprechend entwickeln. Vielerorts hat der Mais schon in den „Energiesparmodus“ umgeschaltet. Die Blätter rollen sich zusammen, um die Angriffsfläche für die Sonne und damit die Verdunstung zu verringern. Etliche Bestände werden bereits braun.

Um zu retten, was noch zu retten ist, rückt die frühzeitige Maisernte bei den irreversibel geschädigten Beständen in den Fokus. Die Landwirte treibt die Sorge um das Futter um, schließlich konnte auch bei der Grassilage in vielen Regionen bisher nur ein guter Schnitt geerntet werden. Auch Körnermais dürfte deshalb vielfach gehäckselt und einsiliert werden, schätzt das DMK.

Mais ist noch nicht verloren

Der Schritt, Silomais so früh zu ernten, will aber wohl überlegt sein, schließlich gebe es angesichts der Trockenheit wenig Alternativen, darüber hinaus noch Futter zu generieren, wie Dr. Hubert Heilmann von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Gülzow erklärt: „Ich würde den Mais stehen lassen.“ Auf der anderen Seite wachsen in anderen Regionen Deutschlands hervorragende Maisbestände heran. „Dort, wo genügend Wasser war und kein Hagel, wächst der Mais phantastisch“, sagte Dr. Joachim Eder von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising. Auch Dr. Elke Grimme berichtete aus Schleswig-Holstein trotz aller Probleme von teilweise „tollen Beständen“, die bereits drei Meter Höhe erreicht hätten. Für eine endgültige Prognose sei es noch zu früh, meinen die Experten. Schließlich sei noch nicht abschätzbar, ob und wie viel Kolben der Mais tatsächlich ausbildet. Noch sei der Mais nicht verloren.

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