Wiesenhof-Schlachthof

Über 500 Mitarbeiter müssen gehen


Das monatelange Bangen um die Arbeitsplätze nimmt für viele Wiesenhof-Beschäftigte ein schlechtes Ende. Von den ursprünglich 750 festangestellten Mitarbeitern werden zum 1. August 411 ihre Arbeit verlieren. Das sagte der Chef der Wiesenhof-Mutter PHW, Paul-Heinz Wesjohann, am Dienstag. 103 befristet Festangestellten war bereits Ende Juni gekündigt worden. Damit verbleiben nur 213 festangestellte Mitarbeiter und 37 Leiharbeiter am Standort.

Kein Zeitplan für Wiederaufbau

Wesjohann erklärt, dass der Betrieb wieder aufgebaut werde. Das könne allerdings Jahre dauern. Im Fall der Wiederaufnahme der Produktion sollen die Betroffenen ein Rückkehrrecht erhalten. Über die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter hatten Arbeitnehmer und Geschäftsleitung monatelang gerungen. Auf dem Gelände der Schlachterei arbeiteten laut Wiesenhof seit April noch rund 350 der vormals rund 1.200 Mitarbeiter. Bereits Ende März waren die ersten Leiharbeiter entlassen worden. Ein Feuer hatte am Ostermontag einen Großteil des Schlachthofs vernichtet.

Abwasserkosten für die Lohner Einwohner steigen

Die Einstellung der Produktion hat auf alle Bürger der Stadt Lohne spürbare Auswirkungen. Nachdem der Schlachtbetrieb weggefallen ist, erhöht sich die Abwassergebühr drastisch. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) kündigte in einem Schreiben an die Einwohner an, dass die Gebühr um ein Drittel angehoben werden müsse. Ein Durchschnittshaushalt zahlt damit künftig rund 70 € pro Jahr mehr. Begründet wird der Anstieg damit, dass die gesamten Entsorgungskosten auf alle Wasserverbraucher umgelegt werden müssen. Fällt ein Großverbraucher aus, haben die verbliebenen Nutzer entsprechend mehr zu zahlen. (SB)
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