Übereinkommen

Kodex zur Datennutzung eingeführt

Namhafte Agrarverbände setzen sich in Brüssel zusammen. Sie ebnen den Weg in eine digitale Landwirtschaft.

Eine Koalition von Verbänden des Agribusiness hat heute in Brüssel einen gemeinsamen Verhaltenskodex eingeführt. Der Kodex fördert die Vorteile der gemeinsamen Nutzung von Daten und ermöglicht landwirtschaftlichen Geschäftsmodellen den Übergang in eine Ära der digital verbesserten Landwirtschaft, teilte der Europäische Dachverband der Landmaschinenindustrie (Cema) in Brüssel mit.

Der Codex ist unter anderem von Cema, Copa und Cogeca, Ceja, Fefac, Fertilizers Europe sowie der ESA vereinbart worden. Er beleuchtet die vertraglichen Beziehungen und gibt Hinweise zur Verwendung landwirtschaftlicher Daten, insbesondere zu den Rechten auf Zugang und Nutzung. Die Unterzeichner sind der Ansicht, dass der Zugang zu genauen, landwirtschaftlichen Daten für die Entwicklung des digitalen Landbaus unerlässlich ist, damit Landwirte und Genossenschaften mit weniger Ressourcen mehr produzieren können.

Um die Vorteile der digitalen Landwirtschaft voll zu nutzen, müsse der Austausch von Daten zwischen verschiedenen Partnern in der Lebensmittelkette fair und transparent erfolgen. Dazu müssten Verantwortlichkeiten klar definiert werden, um Vertrauen zwischen den Marktpartnern herzustellen.

Der Kodex erkennt laut Cema die Notwendigkeit an, dem Urheber der Daten (derjenige, der die Daten entweder auf technischem Wege oder selbst erstellt hat oder zu diesem Zweck Datenlieferanten beauftragt hat) eine führende Rolle bei der Kontrolle des Zugangs und der Nutzung zu gewähren. Die Richtlinien unterstreichen, dass das Recht zu bestimmen, wer auf die Daten zugreifen und sie verwenden darf, dem Urheber der Daten zuzurechnen ist. In der Praxis bedeutet dies, dass zum Beispiel die Rechte auf Daten, die im Agrarbetrieb erzeugt werden, dem Landwirt zugeordnet werden.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 24. April 2018 11:35 | Permanent-Link

    Vorab: Bei der digitalen Datennutzung seitens Dritter werden keine Spuren hinterlassen, wirklich keine!

    Umfassend setzt jetzt die Gier nach den Daten schlussendlich all jener ein, an denen man Geld, viel Geld - noch mehr als bisher schon - verdienen will.

    Unverkennbar hat mithin nunmehr - selbst wenn man zeitlich doch erheblich hinterherhinkt - der blindwütige Run auf die unbestrittene Währung der Zukunft eingesetzt. Diejenigen die dafür „liefern“ sollen, müssen extrem aufpassen; die jüngsten Datenskandale (Facebook u.a.) haben hoffentlich nachhaltig mit entsprechend unübersehbaren Warnsignalen sensibilisiert.

    Jedes Melkkarussell, jedes Lenksystem, das direkt mit den Discountern verbunden ist, um es überspitzt auf den Punkt zu bringen, schafft weiteres Potential, nach erfolgter sofortiger Analyse ohne Umwege weitaus zeitnaher noch die Preisgestaltung für unsere Roherzeugnisse zu takten; im Endresultat werden dann selbige, die aktuell schon auf einem durchgängigen Ramschpreisniveau angesiedelt sind, noch einmal weniger wert sein. Kann ein unternehmerischer Bauer sich DAS überhaupt leisten?

    Das ganze Geschwurbel um eine transparente Produktion, die gerade den heute schon gläsernen BAUERN Mehrwert schaffen soll, entspringt einer neuzeitlichen Mär aus dem Reiche unserer gerne und oft bemühten Frau Holle!

    Aussparen sollten wir im Zuge dessen nicht ein dickes Dankeschön an unsere berufsständische Vertretung, der es über die Dekaden hinweg tatsächlich geglückt ist, die Bauern in einem Lebensmittelumfeld festzuzementieren, das jedwede betriebswirtschaftliche Flexibilität bereits im Keime erstickte, und das fortwährend bis zum heutigen Tage noch, in mittelfristig äußerst fataler Konsequenz, dass die bäuerlichen Familienbetriebe rasant wegsterben. Hat aber nicht genau das System, durchgängig passables „Kanonenfutter“ für unsere handverlesen fresswütigen Investoren liefern zu wollen!?

    Liebe Bauernkollegen, hütet wirklich sorgfältigst Eure Daten und seid gewarnt vor der Cloud!
    Euer Motto muss lauten: Trau, schau, WEM! Digitälitat nicht um jeden Preis, um genau eben DIESEN sehr hohen PREIS!

    Verschlafen rührend mutet da wiederum der „Leitfaden“ unserer Verbände an, die im Abgang den einen, alles entscheidenden Satz zum Besten geben: „Der angedachte Leitfaden unserer Verbände ist OHNE rechtsverbindlichen Charakter!“
    Aha! Sehr interessant, allerdings nicht neu für uns Bauern. War man nicht immer schon tunlichst darauf bedacht, bei allem hinterfragungswürdigen Tun und Treiben sich bloß nichts an den Kittel flicken zu lassen? Ein Schelm der nun Böses sich dabei denkt!

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