Bayer-Monsanto

Übernahme auf gutem Weg

Die Übernahme von Monsanto war am Freitag das beherrschende Thema bei der Hauptversammlung der Bayer AG in Bonn. Vorstandschef Werner Baumann erläuterte in seiner Rede die Beweggründe für den Milliarden-Deal, den er als „richtigen Schritt zur richtigen Zeit" bezeichnete. Vom Monsanto-Kauf sollen auch die Aktionäre profitieren, für die Bayer „langfristig erheblichen zusätzlichen Wert“ schaffen werde.

Genehmigung in Europa wird bald beantragt

Bei den wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen sieht Baumann Bayer und Monsanto auf einem guten Weg. Bei fast allen der 30 Behörden, die der Übernahme zustimmen müssen, seien inzwischen Anträge gestellt worden. In Europa soll die Genehmigung bis Juni beantragt werden. Baumann hofft, die Transaktion bis Ende 2017 abschließen zu können.

Proteste vor und im Kongresszentrum

Baumanns Rede war kurz von kritischen Aktionären gestört worden, die „Stop Bayer-Monsanto“. riefen. Auf die Bitte des Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Wenning stellte die Gruppe ihren Protest ein. Schon vor Beginn der Hauptversammlung hatten am Morgen Gegner der Monsanto-Übernahme mit Plakaten und Transparenten wie „BaySanto stoppen“ oder „Vielfalt fördern und Marktmacht stoppen“ demonstriert. Zu des Teilnehmern der Demonstration gehörten Vertreter von Grünen und Linken, dem katholischen Hilfswerk Misereor und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Etwa 50 Organisationen haben sich zu der Kampagne „Meine Landwirtschaft“ zusammengeschlossen, um zu verhindern, dass Bayer/Monsanto zum weltweiten Marktführer bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln wird. Sie fordern die Kartellbehörden auf, die Fusion zu verhindern.

Bayer startet gut ins neue Jahr

Die gute Stimmung der Aktionäre dürften die Proteste nicht trüben. Das Jahr 2016 lief für den Konzern hervorragend. Und am Donnerstag llegten die Leverkusener Geschäftszahlen für das erste Quartal 2017 vor, die schon vorher hohe Erartungen noch übertrafen. Der Konzernumsatz stieg um 11,7 Prozent auf 13,2 Mrd. €. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,9 Prozent auf 3,9 Mrd. €. Das Konzernergebnis steigerte Bayer um 37,9 Prozent auf 2,1 Mrd. €.

Nordamerika beflügelt Agrargeschäft

Im Agrargeschäft erhöhte sich der währungsbereinigte Umsatz um 3,2 Prozent auf 3,1 Mrd. €. „Crop Science profitierte vor allem von einer erfreulichen Entwicklung in Nordamerika“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann. Dort stieg der Umsatz um 8,9 Prozent. Positiv verlief das Geschäft auch in Europa/Nahost/Afrika (plus 2,0 Prozent) und in Asien/Pazifik (plus 2,9 Prozent), während der Umsatz in Lateinamerika um 9,8 Prozent nachgab.

Im Bereich Seeds (Saatgut und Pflanzeneigenschaften) legte der Umsatz um 8,0 Prozent zu. Im Pflanzenschutz gab es Zuwächse vor allem bei SeedGrowth (Saatgutbehandlungsmittel) mit plus 7,1 Prozent und bei den Herbiziden mit plus 5,3 Prozent. Das Geschäft mit Insektiziden legte um 3,9 Prozent zu. Dagegen sank der Umsatz mit Fungiziden um 6,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. (SB)
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