Übernahme

Bell schluckt Hügli

Heute hat der Schweizer Fleischkonzern sein Kaufangebot bekannt gegeben. Demnach will Bell rund 784 € pro Hügli-Aktie zahlen.

Die Baseler Bell-Gruppe will mit der Übernahme des Suppenherstellers Hügli ihr Engagement im Convenience-Bereich ausbauen. Das öffentliche Kaufangebot für die Inhaberaktien beläuft sich auf 915 Franken pro Aktie, das entspricht umgerechnet 784 €. Bell ist laut früheren Angaben bereits jetzt im Besitz von 50,2 Prozent des Kapitals und 65 Prozent der Stimmen von Hügli. Insgesamt lässt sich der Transaktionswert auf umgerechnet 485 Mio. € beziffern. Die Angebotsfrist beginnt am 13. März und endet voraussichtlich am 25. April, die Nachfrist soll vom 3. bis 17. Mai dauern. Als Vollzugstermin ist Ende Mai genannt worden. Danach sollen die Hügli-Aktien die Börsenzulassung verlieren.

Neue Standbeine aufbauen

Bell will mit der Übernahme das margenstarke Geschäft mit bereits fertigen oder schnell zuzubereitenden Produkten ausbauen. Schweizer Medienberichten zufolge steht der Fleischverarbeiter in seinem traditionellen Kerngeschäft unter Druck. Der einstigen Schweizer Metzgereikette mache zu schaffen, dass der Markt für Fleisch- und Wurstwaren stagniere. Bereits 2015 hatte Bell die Mehrheitsanteile an der Liechtensteiner Hilcona übernommen, ebenfalls ein Spezialist für frische Convenienceprodukte. Auch die Übernahme des Salate-Anbieters Eisberg im Jahr 2016 unterstrich diese Strategie. Im europäischen Conveniencemarkt sieht der Konzern Potenzial.
Kennzahlen Bell
Die Bell Food Group gehört zu den führenden Fleisch- und Convenience-Verarbeitern in Europa. Zu den Kunden zählen der Retail, der Food Service sowie die Lebensmittelindustrie. Über 10.000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von umgerechnet etwa 3,1 Mrd. €.

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