Umfrage

Glyphosatverbot wichtiger als Tierschutz


Unternehmen der Ernährungsindustrie sehen laut einer Umfrage Transparenz, Nachhaltigkeit und Null-Toleranz als wichtige Forderungen von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO). Demzufolge wird eine Forderung nach einem Glyphosatverbot häufiger genannt als eine Forderung nach mehr Tierschutz.

Zu den wichtigsten Forderungen von NGOs, Verbraucherzentralen und Medien gehören laut einer Umfrage innerhalb der deutschen Lebensmittelindustrie Transparenz, Nachhaltigkeit, Null-Toleranzen sowie Tierschutz und Kennzeichnung.



Am häufigsten wurde "Transparenz" in der Lieferkette, am zweithäufigsten "Nachhaltigkeit" genannt. An dritter Stelle steht die Forderung zum einen nach der "Null-Toleranz" und zum anderen die Forderung nach einem vollständigen Verbot bestimmter Wirkstoffe und Anbaumethoden wie gentechnisch veränderter Organismen (GVO), Glyphosat oder konventionellem Palmöl. Erst an vierter Stelle wird von den Befragten die Forderung nach einem besseren Tierschutz genannt. In puncto Kennzeichnung forderten NGO's aus Sicht der Unternehmen in der deutschen Ernährungsindustrie vor allem eine eindeutige und über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Lebensmittelkennzeichnung sowie eine "verbraucherfreundlichere" Angabe von Nährwerten, beispielsweise  in Form eines Ampelsystems.

Die Ergebnisse sind Teil einer Befragung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der AFC Risk & Crisis Consult (AFC). Um herauszufinden, welche Risiken der Import von Agrarrohstoffen für die Lebensmittelbranche birgt, haben die BVE gemeinsam mit der AFC rund 300 Zuständige für Risiko- und Krisenmanagement in Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie befragt.

Branche fürchtet Kontaminanten

Kontaminanten und Rückstände werden aktuell als größte Risiken eingestuft. Die Befragten nennen hierbei Fipronil und die Entstehung von Mykotoxinen bei falscher Getreidelagerung oder die im Sekundärstoffwechsel von Organismen gebildeten Alkaloide. Als weiteres Risiko wurde der mögliche Fund von Stoffen, die im ökologischen Landbau nicht erlaubt sind, aufgeführt. Am zweithäufigsten treibt die Unternehmen das Risikothema "Food Fraud" - sowohl bei konventionellen als auch ökologisch hergestellten Lebensmitteln - um. Die Angst, ein Markenprodukt mit gefälschten Rohwaren auf den Markt zu bringen, und damit die Authentizität des Produktes zu gefährden, ist dafür ausschlaggebend.
Auch treibt die Branche das Thema Nachhaltigkeit um. Zum einen haben viele Unternehmen die Klimafolgen sowie die Gewährleistung sauberen Wassers und den Erhalt der Biodiversität als nennenswerte Punkte aufgeführt. Zum anderen werden der Tierschutz und der Antibiotikaeinsatz in der Mast genannt.

Um Risiken entgegenzuwirken, nutzen rund 54 Prozent der Unternehmen ein Monitoring, um Risiken frühzeitig zu identifizieren. Darüber hinaus führen 82 Prozent der Unternehmen verpflichtende Zertifizierungen durch, 78 Prozent veranlassen Audits und Kontrollen vor Ort und 76 Prozent erstellen risikobasierte Lieferantenbewertungen.

Im Vergleich zu einer Befragung im Jahr 2015 sei der Trend positiv, analysiert BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Dennoch bestehe beim regelmäßigen Risikomonitoring oder der Sensibilisierung und Schulung der Lieferanten bezüglich bestehender Risikothemen noch Nachholbedarf, so Minhoff weiter.

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