Umfrage

Landwirte zögern bei Rapsaussaat im Staub


Raps oder kein Raps? Das ist bei vielen Landwirte in diesen Tagen die Frage. Der Pflanzenschutzhersteller Adama hat Praktiker zu ihren Anbauplänen für Winterraps befragt. 

Von Juli bis Mitte August 2018 konnten sich Landwirte an der Online-Umfrage der Agentur Agri Experts teilnehmen. Von 91 Rapsbauern gaben zwar 72 Prozent an, die gleiche Fläche wie im Vorjahr mit Winterraps zu bestellen. 22 Prozent der Rapsbauern wollen allerdings die Aussaat für den Winterraps einschränken. Die Gründe sind unterschiedlich. Die Hälfte der Landwirte bezog sich ausdrücklich auf die Trockenheit und den damit verbundenen schlechten Erträgen in diesem Jahr.

Auch der Ausblick auf die Witterung macht laut Umfrage viele Landwirte skeptisch: "Ich weiß nicht, ob es überhaupt genug regnet, damit der Raps aufgeht", schrieb etwa ein Landwirt. Die aktuellen Wetterprognosen für Ostdeutschland weisen bis in den September hinein kaum Niederschlag aus. An eine Aussaat in den trockenen Boden, in denen der Welkepunkt bereits in tieferen Schichten liegt, sei daher überhaupt nicht zu denken, schreibt Adama. 

Andere Landwirte hingegen bauen fruchtfolgebedingt 2018/19 weniger Raps an oder haben die Erfahrungen sinkender Erträge gemacht. Fehlende Rentabilität bei sinkenden Preisen und steigenden Aufwänden verleidet damit laut Adama vielen den Landwirten den Spaß am Rapsanbau. 

Sechs Prozent der befragten Landwirte wollen laut der Umfrage immerhin für das kommende Erntejahr mehr Raps anbauen, etwa weil Raps in der Fruchtfolge für sie einen hohen Stellenwert hat. Laut der Union zur Förderung von Öl-und Proteinpflanzen (Ufop) hat sich in Fruchtfolge-Dauerversuchen gezeigt, dass Mehrerträge bei Weizen nach Raps von 7 bis 20 dt/ha möglich sind. In der Praxis würden diese Mehrerträge mit rund 10 Prozent bemessen, wobei der Rapsweizen darüber hinaus durch Einsparungen an N-Düngung und Pflanzenschutz deutlich vorzüglicher sei als Stoppelweizen. Zudem vergrößere die Aussicht auf eine knappe Versorgung den Preisspielraum nach oben, schreibt die Ufop weiter.

Laut Erntebericht des Deutschen Bauernverbands (DBV) lag der diesjährige Rapsertrag bei durchschnittlich 2,7 t/ha - ein Rückgang von 29 Prozent zum Vorjahr. Bereits 2017 war die Anbaufläche zurückgegangen, die Gesamternte lag damit bei 3,3 Mio. t Raps, was eine Minus zum fünfjährigen Mittel um 35,6 Prozent bedeutet.

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