Umfrage

Mehrkosten für Fleischwaren spalten Deutschland

Die Verbraucher werden sich der Herstellungsbedingungen von Lebensmitteln immer bewusster. So würde fast die Hälfte der Deutschen mehr Geld für Fleischwaren aus artgerechter Haltung ausgeben. Allerdings sind die übrigen 53 Prozent dazu nicht bereit, wie eine Umfrage des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts Yougov ergab.

Dessen ungeachtet sind Attribute wie regionale Herkunft und Freilandhaltung für jeweils mehr als ein Drittel der deutschen Konsumenten wichtige Kriterien für die Produktwahl. Auch die Frische von Lebensmitteln spielt für die Mehrheit (53 Prozent) der Verbraucher eine große Rolle.

Wer mehr bezahlen will, achtet auch verstärkt auf die Menge. So hat mehr als ein Drittel der „Mehrzahler“  den Fleischkonsum in den letzten 12 Monaten verringert. Die Hälfte von ihnen (48 Prozent) gibt an, weniger Fleisch und Wurst, dafür aber hochwertigere Produkte zu kaufen. Für 46 Prozent waren nähere Informationen zu den Haltungsbedingungen des Nutzviehs ausschlaggebend, um den Konsum zu verringern. Immerhin drei Prozent der potenziellen Mehrzahler verzichten nunmehr gänzlich auf Fleisch- und Wurstwaren.

Darüber hinaus haben die Kölner Marktforscher festgestellt, dass sich Verbraucher eine deutlichere Kennzeichnung wünschen. So kennen etwa nur 12 Prozent der Gesamtbevölkerung beispielsweise das Siegel der Initiative Tierwohl und lediglich die Hälfte (50 Prozent) der Kenner stuft es zudem als vertrauenswürdig ein.

Insgesamt wünschen sich knapp vier von fünf Deutschen (78 Prozent) eine deutlichere Kennzeichnung von Tierprodukten aus artgerechter Haltung, ebenso viele fordern weitere Regeln und Gesetze zur artgerechten Tierhaltung. Die Studie zeigt zudem, dass in der Gruppe der Zahlungsunwilligen das Vertrauen in Siegel und Etikettierungen im Vergleich zur Gruppe der Zahlungsbereiten deutlich geringer ist.
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