Umfrage

Milcherzeuger wollen langfristige Verträge


Die deutsche Molkereiwirtschaft steht im Dialog mit ihren Milcherzeugern. Langfristige Vertrags- und Lieferverhältnisse stehen dabei für die Landwirte im Vordergrund, hat eine aktuelle Umfrage ergeben.

Die deutsche Molkereiwirtschaft überprüft regelmäßig ihre Vertrags- und Lieferverhältnisse. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Milchindustrie-Verbandes (MIV) unter seinen rund 80 Mitgliedern. Fast alle Molkereien haben das Thema Anpassungen der Lieferbeziehungen mit ihren Erzeugern diskutiert und ggf. Änderungen vorgenommen. Teilweise hätten sich die Milcherzeuger aber auch für das Festhalten am Ist-Zustand ausgesprochen, der für sie das richtige Mittel der Wahl in ihrem Innenverhältnis zur Molkerei sei.

Die Umfrage im Detail
Von den befragten Molkereien hätten 40 geantwortet, die für ca. 75 Prozent der deutschen Anlieferungsmilch stünden, berichtet der Verband. So hätten alle großen Molkereien teilgenommen, unabhängig von ihrer Rechtsform: Private Molkereien sowie Genossenschaften gaben laut MIV Auskunft.

Lange Laufzeiten attraktiv für Milchbauern


Von großen Überraschungen berichtet der MIV, wenn es um die Betrachtung von Laufzeiten von Lieferverträgen bzw. Bindungen an die eigene Genossenschaft geht. Bis zu zwölf Jahre wollten sich Landwirte fest an ihre Molkerei binden, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Im Genossenschaftswesen liege die Kündigungszeit meist bei zwei Jahren, viele Molkereien haben sich aber mit ihren Milcherzeugern auch auf kürzere Fristen geeinigt.

Zustimmung findet bei den Landwirten laut der Umfrage auch die Nennung des Milchpreises für den Folge-Monat (und nicht die rückwärtige Information zum zurückliegenden Liefermonat). Eine verbindliche Mengenplanung mit etwa vereinbarten Höchstmengen lehnten die Landwirte laut MIV aber ab. Gleichwohl liefern viele auf freiwilliger Basis zusätzliche Informationen, um die Molkereien bei ihrer Planung der Rohmilchverwendung zu unterstützen. Lediglich drei Molkereien installierten derzeit Systeme mit verbindlichen Milchmengen, berichtet der MIV.

Festpreismodelle sind wenig gefragt


Die meisten Änderungen zeichnen sich bei den Preismodellen zur Milchpreisfindung ab. Bereits zehn Molkereien bieten laut Umfrage ihren Milcherzeugern Festpreismodelle an. Eine Molkerei gab zu Protokoll, dass ihre Landwirte ein solches Angebot komplett abgelehnt hätten. Mehr Zuspruch finden Modelle der Preisabsicherung über Warenterminbörsen – das antworteten 15 Molkereien. Dabei zeichnet die Molkerei – sofern sich der Einzellandwirt dafür entscheidet – Butter- und Magermilchkontrakte für die Zukunft an der Warenterminbörse und sichert so den Milchpreis für diesen Milcherzeuger ab. Die Einführung dieser Vertragsmodelle läuft gerade bei den verschiedenen Molkereien an. 

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