Den Zusammenhang zwischen Wellenlänge, Pflanzenkrankheiten und Genaktivitäten untersuchen Pflanzenexperten der Uni Bonn.
Inres
Den Zusammenhang zwischen Wellenlänge, Pflanzenkrankheiten und Genaktivitäten untersuchen Pflanzenexperten der Uni Bonn.

Eine Software kann ermitteln, welche Wellenlänge mit welchen Genaktivitäten zusammenhängt. Wissenschaftler der Universität Bonn haben sie entwickelt und hoffen nun auf deutlich schnellere Zuchterfolge.

In der Pflanzenzucht könnten optische Sensoren die Erkennung von neuen Resistenzen erleichtern. Bisher waren dazu bisher aufwändige molekularbiologische Untersuchungen nötig. Die Abteilung Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz am Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (Inres) der Universität Bonn setzt diese Sensoren ein. Laut Dr. Jan Behmann können neuartige Resistenzmechanismen und die entsprechenden Gene durch ein verändertes Reflexionsmuster erkannt werden. Hyperspektrale Bilder würden einen Hinweis darauf liefern, wo es sich lohne, mit molekularbiologischen Methoden genauer hinzuschauen. Dadurch ließen sich neue Resistenzmechanismen möglicherweise erheblich schneller aufspüren als bislang. 

In ihren Experimenten brachten die Inres-Forscher Gerstenpflanzen mit Echtem Mehltau in Kontakt. Danach hatten sie die Aktivität derjenigen Gene unter die Lupe genommen, die bei einer solchen Infektion typischerweise reagieren. Zugleich untersuchten sie, wie sich das Reflexionsmuster der infizierten Blätter im Bereich des sichtbaren Lichts und des nahen Infrarots verändert. Die Reflexions- und Genaktivitätswerte zu verschiedenen Zeitpunkten verknüpfte eine lernfähige Software miteinander. Dabei kam heraus, welche Wellenlängen einen Zusammenhang zu den Genaktivitäten der untersuchten Gerstensorten aufwiesen. Nach den Erkenntnissen der Forscher sorgte eines der bei der Infektion aktivierten Gene dafür, dass sich als Abwehrreaktion die Zellwände der Pflanze veränderten. Plausibel sei, dass diese Veränderungen sich auf das Reflexionsmuster auswirkten, so die Wissenschaftler. Für einen endgültigen Beweis müssten die Ergebnisse nun in weiteren Experimenten bestätigt werden. 

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