Unternehmensergebnisse

Öko-Bauern in der Gewinnzone


Biobauern profitieren derzeit von höheren Preisen für ihre Produkte. Bei den Unternehmensergebnissen schneiden sie erneut besser ab als ihre konventionell arbeitenden Berufskollegen.

Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtet, ist die Einkommenssituation der ökologisch wirtschaftenden Betriebe im Land erfreulich und derzeit besser als bei den konventionellen Landwirten. Das durschschnittliche Unternehmensergebnis der Bio-Betriebe hat sich demnach gegenüber dem Vorjahr auf hohem Niveau stabilisiert und liegt jetzt bei 85.000 €. „Unsere Bio-Betriebe erreichen damit ein Niveau, das wir uns für alle bäuerlichen Familienbetriebe wünschen,“ kommentierte Kammerpräsident Gerhard Schwetje die aktuellen Zahlen während er heutigen Pressekonferenz. Den Wert für die konventionellen Betriebe bezifferte er für den gleichen Zeitraum mit 61.400 €.

Als Ursache für die Einkommensdiskrepanz nannte Schwetje neben den höheren Preisen für Öko-Produkte auch die staatlichen Transferleistungen, die an Bio-Betriebe zusätzlich gezahlt werden. „Diese Subventionen entsprechen rechnerisch zu einem überwiegenden Teil dem Einkommensunterschied zwischen beiden Wirtschaftsformen“, so der Kammerpräsident.

Da der Markt für ökologisch erzeugte Produkte schneller wachse als die ökologisch bewirtschaftete Fläche, prognostizierte Schwetje eine weitere Zunahme der niedersächsischen Öko-Betriebe. Deren Anzahl lag 2016 bei 1.646 und war gegenüber dem Vorjahr um 141 und damit um 20 Prozent gewachsen.

Fakten und Beratung
Nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) lag die Anzahl der niedersächsischen Öko-Betriebe, die nach EU-Öko-Verordnung arbeiten, in 2016 bei 1.646. Das entspricht gut vier Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen. Die bewirtschaften 87.000 ha und damit rund 3,5 Prozent der niedersächsischen Acker- und Grünlandflächen. Aktuell werden in den niedersächsischen Öko-Betrieben knapp zwei Prozent des Viehbestandes gehalten. Konventionelle Landwirte, die ihre Betriebe auf alternative Wirtschaftsweise umstellen wollen, können sich vom Fachbereich Ökologischer Landbau der Landwirtschaftskammer beraten lassen. Die Beratung ist für Landwirte nahezu kostenlos. Außerdem unterstützt die Kammer bereits umgestellte Öko-Betriebe darin, auch weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Nach wie vor überlegten viele Landwirte in Niedersachsen, ihre Betriebe auf ökologische Wirtschaftsweise umzustellen, so Schwetje weiter. „Am Ende aber bleiben es im Vergleich zur Gesamtzahl aller Betriebe doch nur wenige, die die Umstellung vollziehen“, so der Kammerpräsident. Die Öko-Landwirtschaft sei kein Universalmodell für alle Landwirte, denn sie müsse zum Betrieb, zum Standort des Betriebes und zum Betriebsleiter passen.

Ein Allheilmittel, um die wirtschaftliche Lage in der gesamten Landwirtschaft zu verbessern und den Strukturwandel zu bremsen, sieht Schwetje im Öko-Landbau nicht. „Die Bio-Landwirtschaft funktioniert bisher nur als Marktnische und ist deshalb auch nur für eine überschaubare Anzahl von Betrieben eine realistische Alternative“, erklärte er. Daran ändere auch die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten wenig, die zu einem großen Teil durch billigere Importe bedient werde. Der Kammerpräsident appellierte in diesem Zusammenhang an die Verbraucher von Öko-Produkten, „bio und regional zu kombinieren und so die niedersächsische Öko-Landwirtschaft zu stärken“.

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