US-Stahlimportzölle

EU antwortet mit Whiskey und Kartoffeln

Gegen die von den USA angedrohten Strafzölle will die EU rasch mit Gegenmaßnahmen reagieren. Die EU-Kommission arbeitet an einer Liste von US-Produkten, für die nun ebenfalls Einfuhrzölle erhoben werden sollen. Dazu gehören auch einige Agrarprodukte.

Neben Motorrädern und Whiskey stehen auch in den USA angebaute Kartoffeln und Tomaten auf einer vorläufigen Liste von Produkten, für die die EU höhere Einfuhrzölle erwägt. Mit erschwerten Ausfuhren von Agrarprodukten aus den USA in die EU sollen vor allem republikanische Senatoren getroffen werden, die den protektionistischen Kurs von US-Präsident Donald Trump unterstützen.

Die EU, Brasilien, Mexiko und Kanada bereiten Gegenmaßnahmen vor

„Die EU wird in den kommenden Tagen einen Vorschlag mit Gegenmaßnahmen vorlegen, die mit den Regeln der WTO zu vereinbaren sind“, kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an. Gegen die von den USA angekündigten Einfuhrzölle für Stahl und Aluminium will die EU zudem vor der WTO klagen. Handelspolitische Gegenmaßnahmen kündigen auch Brasilien, Mexiko und Kanada an. Derweil steigt die Sorge vor einer Eskalation und vor Einbrüchen im Welthandel. Man sollte mit dem Wort „Handelskrieg“ vorsichtig umgehen, mahnte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström am Rande des Asean-Treffens in Singapur. Trump will kommende Woche die angekündigten Einfuhrzölle beschließen und Einzelheiten festlegen. Noch ist offen, ob sie für alle Länder gelten oder möglicherweise NATO-Partnerstaaten ausgenommen bleiben.
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