US-Strafzölle

Mexiko erhebt Zoll auf US-Agrarprodukte


Mexiko will US-Schweinefleisch und andere Produkte mit einem Zoll von 20 Prozent belegen. Die EU könnte mit Schweinefleisch einspringen. Ferner plant die EU, Zölle für US-Waren ab Juli einzuführen.

Die Zölle sollen ab heute für Schweinebeine und -schultern in gefrorenem wie im frischen Zustand gelten. Damit seien 90 Prozent der Schweinefleischimporte aus den USA von den Zöllen betroffen, teilte der mexikanische Fleischverband mit. Das Volumen der Schweinefleischeinfuhren aus den USA beträgt umgerechnet 820 Mio. €/Jahr. Für die Einfuhr von Äpfeln und Kartoffeln beträgt die Rate 20 Prozent, für bestimmte Sorten von Käse und Bourbon-Whiskey 20 bis 25 Prozent. Auch auf US-Stahlerzeugnisse erhebt Mexiko Zölle von 15 bis 25 Prozent.

Derzeit verhandelt Mexiko mit den USA über eine Überarbeitung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta. Banker schließen nicht aus, dass die Zölle US-Präsident Donald Trump nutzen könnte als Rechtfertigung für einen Ausstieg aus dem Vertrag. Mexiko fürchtet keinen Engpass, denn die EU könnte mit Schweinefleisch nach Mexiko einspringen. Ein Abkommen wurde im Frühjahr vereinbart. 

Auch die EU plant Gegenmaßnahmen auf die US-Strafzölle von Aluminium (10 Prozent) und Stahl (25 Prozent). Ferner droht die US-Regierung mit Zöllen auf Autoimporte aus der EU. So soll es laut EU-Kommission Zölle geben auf US-Produkte wie Whiskey, Stahlerzeugnisse und Motorräder. Der Wert soll rund 3 Mio. € betragen. Kanada will ebenfalls US-Produkte wie Joghurt, Kaffee und Stahl im Umfang von 11 Mio. € mit Zöllen belegen.

Auf die Währungen haben die Drohungen schon Auswirkungen. So ist der US-Dollar deutlich gegenüber dem mexikanischen Peso, dem kanadischen Dollar sowie dem Euro gestiegen. Dadurch verteuern sich die US-Exporte.

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