Viren werden bei der Herstellung der Leberwurst durch Erhitzen getötet, betonen die Hersteller.
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Viren werden bei der Herstellung der Leberwurst durch Erhitzen getötet, betonen die Hersteller.
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In einem Fernsehbericht wird vor Hepatitis E-Viren in Leberwurst gewarnt. Die Hersteller verweisen darauf, dass die Erreger bei der Herstellung getötet werden.

„Super.Markt“, das Verbrauchermagazin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hat in einer Stichprobe zehn Leberwurstsorten aus Supermärkten, Discountern und Bioläden im Labor auf das Hepatitis E-Virus untersuchen lassen. In sieben von zehn Proben wurde das Virus nachgewiesen. Dr. Britta Schautz, Ernährungsexpertin von der Verbraucherzentrale Berlin, äußert sich gegenüber Super.Markt entsetzt: „Wir wissen zwar, dass die Belastung in den letzten Jahren zugenommen hat, aber dass so viele Proben wirklich Viren aufweisen, das ist schon erschreckend.“

Die Hersteller wehren sich gegen den Vorwurf der Gesundheitsgefährdung. So erklärt Stockmeyer: „Um diese Viren ganz sicher abzutöten erhitzen wir unsere Leberwurst fein … mindestens zwei Minuten lang über 70 Grad Celsius… Von den Viren geht keine Gefahr mehr aus.“ Das Hockenheimer Unternehmen Cornelius verweist darauf, dass die abgetöteten Viren zwar im Endprodukt nachweisbar seien, für den Menschen aber „keinerlei Gefahr“ darstellen. Prof. Reimar Johne vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verweist in dem Fernsehbeitrag auf ein Problem der Laboranalytik. Danach sei es relativ leicht festzustellen, ob das Virus in dem Lebensmittel vorhanden ist. Es sei aber nur schwer festzustellen, ob es noch infektiös ist oder durch die Lebensmittelherstellung inaktiviert wurde.
Zahl der Hepatitis E-Erkrankungen steigt
Das Hepatitis E-Virus wird vor allem durch kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen. Es kann zu schweren Leberentzündungen beim Menschen führen. Seit Jahren steigen die Fallzahlen der Hepatitis E-Erkrankungen in Deutschland rasant an. Deshalb haben das Robert Koch-Institut (RKI), die Universität Tübingen und das Bundesinstitut für Risikobewertung 2020 nach den Ursachen dafür geforscht. Prof. Dr. Reimar Johne vom Bundesinstitut für Risikobewertung: „Hintergrund ist, dass wir wissen, dass dieses Virus vor allem in Hausschweinen und in Wildschweinen sehr weit verbreitet ist, und dass man sich über den Verzehr von Lebensmitteln von diesen infizierten Tieren auch infizieren kann."
Ein Restrisiko sei nicht auszuschließen, warnt Britta Schautz und stellt fest, dass gefährliche Erreger, ob tot oder lebendig, überhaupt nicht ins Essen gehören: „Viren haben in Lebensmitteln überhaupt nichts zu suchen. Sie kommen da auch in der Regel nicht vor. Und genau das müssen die Hersteller ausschließen, indem sie ihre Rohprodukte gut kontrollieren und natürlich auch im Endprodukt sicherstellen, dass keine Viren vorhanden sind, die den Verbraucher schädigen könnten.“ Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb: "Wer ... sicher gehen will und der gerade zu einer hochempfindlichen Risikogruppe gehört, der sollte im Zweifel auf den Verzehr auch solch einer Leberwurst verzichten.“

Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.
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